Defender Innenausbau: Schränke und Liegefläche

Defender Innenausbau: Schränke und Liegefläche

Der Schlaf- und Wohnausbau für unseren Landy ist fertig! Die letzte Niete haben wir am 30.12. kurz nach dem Weißwurstfrühstück versenkt. 1 Halle in Pfeffenhausen, 2,5 Arbeitstage, 2 Profis, 2 Anwärtinnen, 8 fleissige Hände. Unser Dank gilt Toni Kraus und Knut Hildebrandt von 4×4 Innenausbau und Caravan Concepts, ohne deren großartige Unterstützung wir niemals so schnell, so reibungslos hätten fertig werden können. Vielen Dank für Eure Hilfe und Eure Erfahrung! Uns hat unser gemeinsames Projekt irre viel Spaß bereitet und wir haben viel von Euch lernen dürfen. Schon jetzt wurden wir fast täglich für unseren professionellen Innenausbau bewundert.

Material

Letztendlich haben wir uns entschieden, den Ausbau in den Farben Ozeanblau/Weiß zu halten. ^^ Die entsprechenden Platten gibt es nur in der Größe 245*125cm, weswegen man sich vorher gut überlegen sollte, wo man sie hinschicken lässt. Da Toni und Knut uns netterweise Ihre Unterstützung angeboten hatten, kamen die Platten direkt nach Pfeffenhausen in die Werkstatt. Wieviele Platten und wieviel Meter Aluprofil nötig sind, errechnen die Excel-Vorlagen, die man auf der Webseite der beiden herunterladen kann.

Werkzeug

  • Wenn man die großen Platten bestellt, geht es nicht ohne Kreissäge.
  • Für die schrägen Zuschnitte der Aluprofile, die im Deckel verbaut werden, braucht man eine Gehrungssäge.
  • Für jede Hand einen Akkubohrer.
  • Das Nietvorsatzgerät für Akkuschrauber. Nieten war noch nie so schön!
  • Ein quadratisches Holzbrettchen, mit der man regelmäßig die rechten Winkel kontrolliert, bevor man mit dem Bohren und Nieten beginnt.
  • Gummihammer, um den Winkel und Profilen den letzten Schubs zu geben.
  • Eine Dose Silikonspray. Abgeschmirgelte Kanten damit einreiben und die Profile flutschen von selbst drauf.

Arbeitsschritte

Kurzum: Genauso haben wir das gemacht. Schritt für Schritt, Niete für Niete, Kiste für Kiste. Insgesamt 6 Einzelteile sind dabei entstanden. Und zwei Platten für die Liegefläche. Etwas mehr als 3 große Multiplexplatten haben wir verbaut und mehr als 700 Nieten.

Bevor es richtig losging, haben wir nochmal gemeinsam anhand unserer Skizzen und Vermaßung das Vorgehen besprochen. Um den Verschnitt so gering wie möglich zu halten, sollte man nicht einfach drauf los sägen. Angefangen haben wir mit den zwei Radkästentruhen auf der linken Seite. Die sind am kniffeligsten und haben am meisten Zeit in Anspruch genommen. Die vordere erhält eine seitliche Klappe, damit man hinter dem Auto stehend gut an den Inhalt kommt. Denn bei uns kommen immer als erstes die Campingstühle raus. Die hintere wird zur Truhe für Schlafkram, Hängematte, Grill, Kohle, Anzünder und sonstiger Ausrüstung.

Die Entstehung einer Radkastentruhe Die erste Einbauprobe: passt!

Die Sitzhöhe links konnten wir gerade so erhalten. Wir wurden ein wenig höher als geplant, da wir später einen Kühlschrank im Mittelgang unter der Liegefläche unterbringen wollen. Aber der Ausbau war ohnehin nie dafür ausgelegt, wochenlang im Auto zu leben.

Die Sitzhöhe rechts haben wir zugunsten von Stauraum verplant. Hier sollen uns zwei kleine Schränke auf den Radkästen als Kleiderschränke dienen. Die lange Kiste davor bietet Platz für lange Zeltstangen, Sonnensegel oder Markise, Zelt, Schlafsäcke oder Wasser und den Weinkeller.

Eine lange Truhe

Die zweite Stellprobe für RadkastentruhenNach der zweiten Stellprobe fällt uns allen wie Schuppen von den Augen, dass wir bei aller Sorgfalt eines vergessen hatten: da sind ja Abrundungen seitlich an der Trennwand der Ladefläche zur Fahrerkabine von der Gesamtlänge abzuziehen. Das kostet uns mehrere Zentimeter. Was tun? Die Rundung wegflexen? Die Kiste aussägen?

Die abgerundeten Ecken der Ladefläche eines 110 HT

Die Einzelteile des InnenausbausJetzt kommt alles auf den Campingtisch an. Denn die Idee war, diesen seitlich am hinteren Regal, ich nenne es liebevoll Apothekerschränkchen, festzuzurren. Der lange Kasten sollte hier Stabilität bieten. Braucht er aber nicht. Also wandern nur die beiden Kleiderschränke und das Regal zwei Zentimeter nach vorne Richtung Hecktür. Alles gut, die Weihnachtsfeiertage können kommen. Und Birgit hat schon Verwendung für den Hohlraum gefunden: „da passen prima Karten und Allradler-Magazine rein“. It’s not a bug, it’s a feature :-). Wir verabreden uns für den 30.12., um den Ausbau einzubauen.

Die Liegefläche im Defender 110 HT Die erste Liegeprobe in unserem DefenderDie einzelnen Truhen werden mit Spax-Schrauben auf dem Holzgerüst befestigt. Klingt ganz einfach, ist aber absolute Fleiß- und Feinarbeit, damit sich die Kisten nicht verziehen oder überstehen und später alles genau zusammenpasst. Also wird hier und da noch etwas untergelegt, dort eine Schraube weg, dort eine hin, so wird aus den einzelnen Kisten und den Zwischenplatten eine plane Liegefläche und ein ausgeklügelter Innenausbau.

Letztlich ist es noch viel cooler geworden, als wir uns das vorgestellt haben. Unsere Tüftelei und Malerei haben sich Fall gelohnt. Die Maße haben soweit gepasst und der Plan ging auf. In die Truhen links passen nun nebeneinander jeweils zwei Really Useful Boxen (9 Liter). In das Regal kommen drei 3L-Boxen, für Besteck und Gewürze, die ein Spanngurt sichert. Eine weiterer Spanngurt hält den Campingtisch am Schränkchen. Der passt zur Not auch quer vor den Einbau und die Hecktür schließt immer noch. Das rechte hintere Fenster ist weiterhin zugänglich und beim Rückwärtsfahren gibt es auch keine Einschränkung.

Profitipps für den Ausbau eines 110 HT :-)

  1. In regelmäßigen Abständen immer und immer wieder die Maße kontrollieren, bevor die Platten vernietet werden.
  2. Kein Angst vor falschen Nieten, die lassen sich einfach wieder durch bohren.
  3. Das Maß des zusätzlichen Aluprofils einrechnen, wenn man aus einer Kiste zwei macht.
  4. Wurde Regel 3 vernachlässigt, verlängert sich die ganze Chose um 1,5 cm. (Bei uns so geschehen links, merkt aber kein Mensch.)
  5. Man kann es nicht oft genug erwähnen: Die Rundungen des HT an der Trennwand zur Fahrerkabine nicht vergessen.

700 Nieten Der Dreck nach 2 Arbeitstagen

 

 

 

 

Heute haben wir eingeräumt, nächste Woche haben wir einen Termin beim Polsterer. Im Sommer wollen wir aus den Plattenresten noch eine Steckdosenleiste hinter die Cubbybox und eine Küche in die Hecktür bauen.

Fotos: Knut Hildebrandt und Stefanie Heyduck

 

Ein Kommentar

  1. Stefan Lauer

    Ich freue mich in diesen Zeiten in München so eine schöne Seite gefunden zu haben!
    Meine Frau und ich sind eher spätberufene in Sachen Geländeauto, aber nicht minder begeistert fahren wir einen LR 110, nicht wirklich neu, aber auch nicht wirklich alt.
    Demnächst geht es in die Seealpen, und wir freuen uns sehr!
    Alles Gute Euch und schön, wenn wir wieder von Euch lesen dürfen !
    SuB

    P.S. Wir sind schon durch einige Länfer des südlichen Afrikas gefahren und wusstengar nicht, dass wir offroad unterwegs waren 😇😎👍

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