Dach dämmen und isolieren

Dach dämmen und isolieren

Update: Es geht doch nichts über Pattex!

Wir wollten es ja erst nicht so recht glauben: Kältebrücken, Tropfsteinhöhle. Unser schönes weißes Dach sollte weiß bleiben. Und meistens blieb es sogar erstaunlich trocken. An frischeren Sommerabenden jedoch, etwa inmitten herrlicher Obstgärten in Südtirol, waren Dach und Fenster überzogen von Kondenswasser. Bevor es also nächste Woche zur Abenteuer & Allrad und danach in den Urlaub geht, begann vergangenes Wochenende das Projekt: Dach isolieren.

Mit den 20mm Isolatormatten hatten wir schon bei der Ladefläche gute Erfahrungen gemacht. Blieb die Frage nach dem Klebstoff: Sikaflex oder Pattex? An den Dichtstoff Sikaflex traue ich mich irgendwie nicht ran. Welchen genau nimmt man, wie wird er verarbeitet – ich wurde um Netz nicht fündig. Pattex aus Dosen auf die Flächen zu kleistern, war mir auch nicht recht geheuer.  Tropft einem bestimmt das ganze Auto voll. Nach etwas Internetrecherche bin ich bei Rough’n’Ready auf den Tipp mit dem Sprühkleber gestossen und habe gleich zwei Dosen PETEC Sprühkleber gestellt.

Wir haben also zunächst aus einem alten Umzugskarton eine Schablone gebastelt, die sich leicht an die Rundungen im Dach anpassen ließ. Dann haben wir das erste Teil zugeschnitten und zur Probe angehalten: passt. Sicherheitshalber haben wir sowohl bei den vorderen, als auch die beiden hinteren Quadranten Proben gemacht.

Nächster Schritt: Den Innenraum in einen Dexter-würdigen Killroom verwandeln und alles mit Folie und Panzerband abkleben. Der Sprühkleber soll nicht den ganzen Innenraum vollsauen. Da der Sprühkleber in wenigen Minuten haftet, machen wir noch ein paar Trockenübungen und probieren, wie wir die Isolatormatte schnell zwischen die Kanten gedrückt kriegen. Dann: noch einmal tief durchatmen und los geht’s.

Wir schnappen uns jeder eine Dose: Birgit nimmt sich das Dach vor, ich kleistere die erste Matte zu. Die Trockenübungen waren für die Katz, die Matten machen was sie wollen, verschieben sich, rutschen, kleben an Stellen, wo sie nicht kleben sollen. Und der Plan, die Platten von der Außenkante beginnend anzudrücken, funktionierte nur trocken. Die gute Nachricht ist, dass der Kleber lange nicht so schnell klebt wie befürchtet und man die Matte ganz in Ruhe noch 20 Mal wieder abnehmen kann. Und es sei verraten, dass es am Besten gelingt, wenn man die Matte in der Mitte am Kreuz ansetzt und nach außen streicht. Matte drei und vier haben dann erstaunlich gut geklappt. Jetzt noch ordentlich andrücken und das war´s. Wir sind zufrieden, im Großen und Ganzen. Birgit ist ein bisschen pingelig und meckert, dass eine der vier Matten nicht press an der Metallstrebe anliegt und noch ungefähr 5 mm Platz dazwischen sind. Aber sie wird sich mit der Zeit schon damit abfinden. Und von Weitem sieht es richtig professionell aus!  Stinken tut es eigentlich auch nicht. Also was will man mehr.

Doch das dicke Ende kommt noch. Fünf Tage später, als wir den ersten Proviant für den Urlaub in den Wagen packen wollen, trauen wir unseren Augen nicht: Alle vier Matten hängen in der Mitte schlaff nach  unten. Wie die Rückenflosse bei einem Killerwal in Gefangenschaft. Was tun? Wir haben definitiv keine Lust nochmal ganz von vorne anzufangen und behelfen uns mit einem kleinen Trick. Ich habe noch Fotokleber in Petto, den wir locker zwischen Dach und die hängenden Matten sprühen. Alles nochmal angedrückt und ob das Ergebnis überzeugt, bleibt abzuwarten. Denn am ersten Tag nach unserer großen Klebeaktion sah das Autodach auch noch prima in Ordnung aus.

In der Reihe „Defender isolieren“ lest Ihr außerdem:

Defender Innenausbau vorbereiten: Boden und Isolierung

Der Kampf mit dem Kleber: Es geht doch nichts über Pattex

 

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7 Kommentare

  1. Ja leider ist Bewegung im Dach und auch wir durften hier und da schon mal wieder nachkleben :/

    • Stefanie

      Das ist beruhigend zu hören, oder auch nicht :-) Ich werde berichten, wie lange es nun hält.

  2. Der Himmel sollte einem natürlich nicht auf den Kopf fallen… auch nicht der Dach-Himmel. Der Industriekleberhersteller 3M hat ne Speziallösung für Dachhimmel, ob es funktioniert, weiß ich leider nicht, klingt aber nach einer interessanten Alternative zu Sprayern… evtl. ein Versuch wert, wenn sonst nix hält: http://solutions.3mdeutschland.de/wps/portal/3M/de_DE/Automotive-OEM/automobilzulieferer/produkte/wiederlosbare-befestigungssysteme/

  3. Stefanie

    Richtig, der wichtige Hinweis, warum es so aufwändig geklebt wird, fehlt noch, danke Ulrich. Damit die Feuchtigkeit nicht unter die Matten kriecht und dort zu gammeln beginnt, werden die Matten mit Kleber oder Dichtmaße befestigt. Der Kleber muss auf der Gesamtfläche, Dach und Matten, aufgetragen werden. So lässt sich das Dach dann eigentlich vollständig abdichten. Die Matten selbst sind undurchlässig.

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