Reisesteckbrief: Roadtrip durch Slowenien & Istrien im Juni 2015

Reisesteckbrief: Roadtrip durch Slowenien & Istrien im Juni 2015

Von der Abenteuer & Allrad starten wir in unseren ersten längeren Urlaub mit Innenausbau. Wir folgen der Sonne und wollen über Österreich nach Slowenien: Ein paar Offroadstrecken fahren, den Triglav Nationalpark erkunden, weiter nach Kroatien, im Meer baden, entspannen und zum Abschluss Schlemmen in Südtirol. Und weil unsere Urlaube mittlerweile immer auch ein Stückchen Testfahrt sind, sind wir gespannt, mit welchen Verbesserungsideen wir zurückkommen.

Unsere Route (2 Wochen)
Millstätter See – Bled – Triglav Nationalpark – Kobarid – Tolmin – Postojna – Umag – Banjole – Algund

Unser persönliches Highlight
Der Triglav Nationalpark und das Sočatal.

 

Was man auf keinen Fall verpassen sollte

  • Treetbootfahren auf dem Millstättersee, ausgehend von Döbriach ist man gleich ans naturbelassene Südufer gestrampelt und herrlich allein.
  • Die weiten Blicke, steinernen Giganten, einsamen Landschaften, verschlafenen Dörfer und gastfreundlichen Almbesitzer im Triglav Nationalpark.
  • Käse direkt auf der Almhütte kaufen und dabei noch eine Führung durch die Käserei bekommen. Freundschaft mit einem Pferd schließen.
  • Kaffee trinken auf der Hütte Mala Lazna, bei einem reizenden alten Mann, der hier oben ohne Strom lebt und sein liebevoll gepflegtes Gästebuch mit Tierskizzen verziert.
  • Die Tropfsteinhöhlen von Postojna. Selbst wenn man hier straff organisiert in eineinhalb Stunden durchgescheucht wird, sind die Höhlen selbst ein Erlebnis.
  • Alle Arten von Knödel in Südtirol, insbesondere die im Restaurant »Leiter am Waal«. Auch der Waalweg dorthin lohnt, da man gemütlich ohne viel auf und ab spazieren und so herrliche Ausblicke über Meran genießen kann.

 

Was man sich sparen kann
– Campen in Piran: Der eine Campingplatz, den wir angefahren haben, war lediglich für Dauercamper, die ihre Wohnwägen hübsch eingezäunt hatten. Der andere eher ein riesiger Parkplatz, weshalb wir direkt weiter Richtung Kroatien gefahren sind.
– Freitagsmarkt in Meran: zwar gibt es die ein oder andere Südtiroler Spezerei, überwiegend werden Billigklamotten und -schuhe angeboten.

Offroad-Tracks
Insgesamt vier Touren sind wir in Slowenien allgeradelt. Zwei aus dem Buch von Theo Gerstl (schon etwas älter und nicht immer zuverlässig).
Loibl-Pass: Der erste Teil war gut machbar, führt durch schöne Schluchten und stille Waldpfade, der letzte steile Teil über grobes Geröll. Der letzte Etappe sah so abgerutscht aus, dass wir umgedreht sind (und nun stellen wir uns manchmal die Frage, ob die Straße doch befahrbar gewesen wäre. Wer vorbeikommt, bitte unbedingt Rückmeldung geben).
Zum Triglav und Vrsic Pass: Von allradln kann man hier eigentlich nicht sprechen, trotzdem sollte man diese beiden Strecken nicht verpassen. Die Stichstraße führt an einem klaren Gebirgsbach entlang zu einer Hütte, von der man in 20 Minuten zum Fuß des Triglavs schlendern gehen. Die Straße über den Vrsic Pass ist zwar asphaltiert führt aber direkt durch den Nationalpark nach Bovec: Serpentinen, Gipfelpanorama, stille Bergwiesen.

Zwei Touren fahren wir nach den Roadbooks von MDMOT. Gemeinsam mit Birgit und Jürgen und ihrem Buschtaxi Tembo.
Matajur: Gut befahrbare Wanderwege führen über Schotterpisten an Kuhweiden vorbei bis zu einer kleinen Käserei, die sich prima für eine Kaffeepause eignet. Das Finale fand ich gar nicht ohne: die Wege werden steiler, steiniger und schmaler und sind teilweise stark zugewachsen. Am Ende ging es über rutschige Steine und Laub direkt am Abhang entlang. Dass unten im Tal ein Autowrack lag, lässt den Puls nicht langsamer schlagen.
Die Eishöhlentour: Gemütlich über Schotter, die Sonne wirft Lichtspiele zwischen die Baumkronen. Unterwegs lohnt es, bei Mala Lazna auf Kaffee & Kekse einzukehren und einen kleinen Spaziergang zur Eishöhle zu machen.

 

Die schönsten Campingplätze
Camping Neubauer am Millstätter See: Ein kleiner Bach trennt Stellplätze extra für kleinere Reisemobile von den großen Wohnwägen. Man steht auf stufenförmig angeordneten Plätzen, so hat jeder Seeblick. Außerdem gibt es einen direkten Zugang zum See mit Liegewiese.

Kamp Koren bei Kobarid: Am Hochufer des Sočaflusses im Wald gelegen. Der Platz ist klein mit viel Trappercharme. Eine Haupthütte beheimatet Rezeption, Bar und einen kleinen Shop. Daneben liegen die Waschhütten: sehr modern und extrem gut gepflegt. Die Stellplätze verteilen sich an einem kleinen Rondell zwischen Bäumen und Sträuchern. Tolle Lageratmosphäre.

Camp Vili bei Tolmin: Stufenförmig angeordnete Stellplätze, nicht direkt an der Soča dafür mit Hippieflair. Wer mag kann abends in großer Runde mitessen: etwa Paella oder Fisch, der Koch ruft mit Glockengeläut zu Tisch.

Kamp Diana bei Banjole: Gemütlich, klein, lauschig, freundliche und umsorgende Gastgeber. Es gibt keine festen Stellplätze, dafür freie Platzwahl unter Bäumen. Schöne und sehr gepflegte Sanitäranlagen. Und zur Krönung gibt es noch einen erfrischenden Pool.

In Kroatien empfehlen wir, wenn es keinen Cool Camping Platz gibt, den Download des OK Minicamps-Guides (PDF). So lässt es sich den überfüllten Riesenplätzen entfliehen.

Pension in Südtirol
Zum Abschluss haben wir uns eine kleine Pension gegönnt: das Maratscher Kulturhotel in Algund mit individuell und äußerst liebevoll eingerichteten Zimmern (wir haben in Pastelltönen unter Rilkezitaten geschlafen). Dazu gehört ein riesiger Garten mit Obstbäumen in dem man herrlich chillaxen kann und zum Frühstück bekommt man Südtiroler Spezialitäten gereicht.

Straßengebühren
In Österreich wird das übliche 10-Tage-Pickerl mit 8,70 Euro fällig. Slowenien gibt 7-Tage-Vignetten für 15 Euro oder 30-Tage-Vignetten für 30 Euro aus. Italien verlangt Gebühren für die Autobahnen, hinzu kommen noch diverse Tunnelgebühren. Insgesamt haben wir in diesem Urlaub 124 Euro Maut und Gebühren bezahlt.

In Slowenien sind nur die Autobahnen vignettenpflichtig. Unser Tipp: entdeckt die romantischen, archaischen Landschaften über Nebenrouten und Landstraßen.

Die nächsten Verbesserungen am Landy
– Es hilft alles nix: ein Hubdach muss her
– Ohne Regenschutz geht nicht
– Mehr Stauraum oder nur umräumen?
– Die letzten beiden Punkte können wir wohl erst klären nachdem das Hubdach drauf ist

Fazit
Slowenien hat uns absolut begeistert. Uns war nicht klar, was für ein herrliches Reiseland direkt vor unserer Haustür liegt. Die Natur ist relativ unberührt und der Massentourismus gerade erst im Kommen. Außerhalb der Ferienzeit lässt sich hier noch in aller Ruhe entspannen.
Istrien war nicht so unser Fall. Warum eigentlich? Zu touristisch? Zu voll? Zu viel? Schwer zu sagen. Vielleicht lag es am krassen Kontrast zum beschaulichen Slowenien. Um den Süden Kroatiens oder eine Insel zu erkunden, fehlte uns leider die Zeit, deshalb werden wir dem Land über kurz oder lang eine zweite Chance geben.

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Ein Kommentar

  1. Danke für den kurzweiligen Reisebericht, die Tips und die schönen Fotos.

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