Schrauberkurs bei Abenteuer 4×4

Schrauberkurs bei Abenteuer 4×4

Nach einer langen Zeit der Spannung und Vorfreude ist es am 7.11.2015 endlich soweit: Aufbruch um 7.15 Uhr im Konvoi mit Freunden zum Schrauberkurs von Abenteuer 4×4 in Taufkirchen (an der Vils!) Auch mit der Hausnummer 21 1/2 hat unser Navi Probleme, aber je näher wir dem Ziel kommen, desto häufiger begegnen wir anderen Landy, so dass die Werkstatt schließlich und endlich nicht zu verfehlen ist.

Gegen Viertel nach Neun begrüßen uns Tobi und Jörg (Nick trudelt, wie wir später erfahren auch üblicherweise, verspätet ein, was an der anderen Zeitzone in Ingolstadt liegt). Mit einem quasi unerschöpflichen Vorrat an Kaffeepads (was für ein Glück, weil Aufstehen um 6.30 ist eigentlich zu früh) und Croissants legen wir los: Elmo, ein bis auf das Gerippe aus Leiterrahmen, Fahrwerk und Motor auseinander gebauter Landy, dient als Vorführobjekt. Nach einer allgemeinen Einführung zum Schrauben erklärt Tobi den Aufbau von Leiterrahmen und den beiden Getrieben. Weiter geht es über Kardanwelle und Differentiale bis zu den Achsen. Letztendlich nimmt das schon die ganze Zeit bis zum Mittagessen in Anspruch: zwischenzeitlich ist auch Nick eingetroffen und die drei Jungs arbeiten wie ein eingespieltes Team zusammen. Man kann sich ohne Probleme vorstellen, wie sie auch auf Reisen miteinander eine Menge Blödsinn machen. Dieser intensive Vormittag lohnt sich, man kann alles angucken, anfassen, riechen, schmecken und hat keine Hemmungen, auch die dümmsten Fragen zu stellen. Deshalb stärken wir uns mit Leberkässemmeln und genießen das Gefühl, schon richtig viel gelernt und verstanden zu haben.

Nach der Pause wird der Landy einer Kursteilnehmerin über die Grube gerollt und nun geht es zur Sache: nach einer Einführung zum Thema Wagenheber wird der linke Hinterreifen abmontiert, um das Radlager zu wechseln. Bei dieser günstigen Gelegenheit werden auch gleich Bremsscheibe und Bremsklötze ausgetauscht, jeder Schritt dabei wieder ausführlich erklärt. Ich stehe günstig und ehe ich es mich versehe, darf ich selber Hand anlegen und Nick assistieren (selbstredend war das mein persönliches Kurshighlight). Die Zeit rast nur so dahin und bis der Reifen wieder dran geschraubt ist, ist es auch schon fast halb fünf.

Bleibt also nicht mehr viel Zeit: wir bekommen noch eine grobe Einführung zum Motor, wobei einige große Männer in der ersten Reihe stehen, so dass ich trotz munterem Rumgehopse nur wenig sehe. Das Problem löst sich auf äußerst angenehme Weise, da mir ein Kursteilnehmer, seines Zeichens Kfz-Mechaniker, an Elmo den Motor in einer Privatvorführung erklärt. Zum Ende hin krabbeln wir noch mit Nick in die Grube und sehen den Wagen von unten in all seiner Pracht und Herrlichkeit. Mit rauchenden Köpfen  und erschöpft aber höchst zufrieden, schlagen wir uns über die dunkeln Landstraßen zurück nach München.

Zusammengefasst bleibt noch zu sagen, dass dieser Kurs für uns in die Kategorie ABSOLUT EMPFEHLENSWERT gehört: Tobi, Jörg und Nick gestalten den Tag mit viel Humor und herrlich unaufgeregt. Sie bestätigen unsere Vermutung, dass der Landy an sich ein gutes Auto ist und allenfalls geringe Aufrüstung benötig; falls doch dann vor allem weil es einfach „geil ausschaut“. Auch die vermeintlich lange Liste an Werkzeugen und Ersatzteilen schrumpft auf ein vernünftiges Mindestmaß zusammen. Das ist auch erforderlich, damit man ausreichend Platz für Bier im Auto hat, schließlich kann man auf Reisen auch schon mal eine Panne haben, die zunächst eine „Lösungshalbe“ erfordert. Ist das Problem etwas komplexer, braucht man unter Umständen noch eine „Entscheidungshalbe“ und anschließend gibt es selbstverständlich eine „Belohnungshalbe“. Natürlich hätten wir gerne mehr selber geschraubt, aber alles lässt sich eben nicht in einem einzigen Tag unterbringen und die Leute ohne vernünftige Einweisung munter drauf los schrauben zu lassen, ist mit Sicherheit nicht empfehlenswert. Möchte man sich gar nicht vorstellen, wieviel Reifen sich auf der Heimfahrt lösen und übers Land rollen. Und wer herausfinden möchte, was „nackeln“ eigentlich heisst, der sollte den Kurs am besten selber machen.

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