Fotos unterwegs bearbeiten

Fotos unterwegs bearbeiten

Der Reiz und gleichzeitig die größte Herausforderung eines Reiseblogs ist für mich persönlich die Berichterstattung von unterwegs. Ein kurzes Update zu posten ist dabei noch gar nicht das Problem. Aber Fotos von unterwegs bearbeiten und das in der von mir gewünschten Qualität und in dem von mir ertüftelten Workflow – keine leichte Aufgabe, wenn man gleichzeitig versucht, leicht zu reisen und den Rollenkoffer mit Gadgets daheim zu lassen.

Meine digitale Dunkelkammer

Mein Traum vom mobilen Büro sah vor einigen Jahren noch so aus: das Macbook bleibt zu Hause, Blog und Bilder bearbeite ich bequem von unterwegs mit meinem iPad oder iPhone. Disclaimer: ja, ich bin ein Apple-Fan-Girl, tut mir leid. Mit anderen Systemen habe ich aber ähnliche, natürlich noch schlechtere Erfahrungen gemacht :-) Als IT-Redakteurin hatte ich früher das Glück, alle neuen Gadgets ausgiebig testen zu dürfen… Aber ich schweife ab. Also: Zum iPad kaufte ich eine Bluetooth-Tastatur und ein Kamera-Connection-Kit. Damit war ich schon sehr zufrieden und hoffnungsvoll, dass mein Plan aufgehen würde.

Als ich dann dazu kam, die besten Apps für meine mobile Dunkelkammer zu suchen, war schnell Ende Gelände. Angefangen bei WordPress: die App erlaubt zwar den Upload von Bildern, aber auf meine Mediathek in WordPress selbst kann ich nicht zugreifen. Wenn man vom Standardtheme abweicht und mit Headerbildern und Bildergalerien arbeiten möchte, hat man mit der App ebenfalls verloren. Apps zur Bildbearbeitung selbst gibt es einige sehr, sehr gute. Ich mochte Snapseed und Afterlight am liebsten. Wenn es aber um die Sortierung und Bewertung ging, keine Apps. Hinzufügen von Metadaten: keine Apps. Eine vernünftige Synchronisation der bearbeiteten Bildern mit dem Rechner: Fehlanzeige. iPhoto bzw. Fotos, wie das Programm seit neuestem heißt, ist auch keine adäquate Lösung. Die Bildbearbeitung ist zwar etwas besser geworden, aber die Datenverwaltung ist einfach Mist. Photosync klang zunächst vielversprechend, war aber Schrott oder zumindest ich habe es nie zuverlässig zum Laufen bekommen.

Seit Adobe seine Produkte in die Cloud gezogen hat, bin ich wieder bei Lightroom gelandet.Ich habe das „monatliches Foto-Abo“ für Photoshop, Bridge und Lightroom und darf damit auch die mobile Version der Programme nutzen. Die Bibliothek von Lightroom synchronisiert sich automatisch mit iPhone oder iPad, wenn man das möchte. So ist zumindest die Bearbeitung vertraut, die Foto-Orga noch verbesserungswürdig, aber hey, ich bin habe nach langjähriger Tüftelei aufgeben. Ich bleibe einfach bei meinem Setup, wie ich es seit Jahren daheim zu einem für mich sehr effizienten System ausgebaut habe.

Und das sieht so aus:

  1. MacBook Pro, als Hauptgerät: ich schwöre einfach auf das leistungsfähige und zuverlässige Betriebssystem
  2. Kartenleser für die verschiedenen Speicherkarten
  3. Synology Speicherserver für die Sicherung
  4. Foto-Abo von Adobe mit Photoshop, Lightroom und Bridge
  5. Mit TinyPNG optimiere ich die Bilder für das Blog
  6. Instagram, für den Eindruck von unterwegs

Fotos unterwegs bearbeiten: Lightroom

Meine mobile Dunkelkammer werde ich demnächst noch um eine Outdoor-Festplatte ergänzen. Damit ich auch unterwegs Backups machen kann. Sicher ist sicher. Nachdem meine Canon 70D SD- statt CF-Karten nutzt, werde ich wohl mal eine WLAN-fähige SD-Karte testen. Mal sehen, ob das den mobilen Foto-Workflow abkürzt.

Bis dahin bleibe ich aber bei meiner bewährten Methodik. Und die sieht so aus:

Mein Workflow

  1. Ordner erstellen: [JJJJMMDD]_Kamera_Ereignis
  2. Fotos auf die Festplatte kopieren
  3. Bridge öffnen und mit der Stapelumbenennung allen Bildern in einem Rutsch vernünftige Namen geben. Ich komme mit folgendem Muster am besten zurecht: [Erstellungsdatum]_Kamera_Ereignis_0000
  4. Erste Vorsortierung in Bridge. Bilder, die ich bearbeiten möchte, erhalten ein Sternchen
  5. Vorsortierte Bilder in Lightroom importieren
  6. Über die Funktion Metadaten-Vorlage habe ich mir eine einheitliche Vorlage für die Informationen erstellt, die ich dem Bild mitgeben möchte, z.B. Copyright-Infos
  7. Bilder in Lightroom bearbeiten
  8. Bearbeitete Bilder bekommen bei mir ein weiteres Sternchen, so kann ich sie später schneller wiederfinden oder danach filtern
  9. Meine besonderen Lieblinge erhalten sogar ein drittes
  10. erster Export der „großen Bilder“ in den Unterordner _entwickelt
  11. zweiter Export verkleinerter Bilder in den Unterordner _web
  12. Bilder mit drei Sternchen schaffen es ins Portfolio, Bilder mit zwei Sternchen haben dann eher Dokumentationscharakter
  13. Die Bilder, die auf Bearbeitung warten liegen auf der Festplatte des Macbook. Sind die Bilder bearbeitet und die Texte geschrieben, wandern die Bilder auf meinen Speicherserver im Flur, der von sich selbst regelmäßig ein Backup macht

Fotos unterwegs bearbeiten: Die Ordnung im Finder

Mich würde nun interessieren, ob und vor allem wie Ihr von unterwegs Euren Blog und Eure Fotos bearbeitet. Welche Lösungen habt Ihr Euch ausgetüftelt?

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2 Kommentare

  1. Danke für den „Blick hinter die Kulissen“. Das Thema Workflow kommt bei den meisten Artikeln zur mobilen Inhalteerstellung zu kurz. Ich selbst habe keinen mobilen Workflow zur Bildbearbeitung. Die Bilder finden erst zuhause umständlich den Weg von der Kamera in den Computer (Speicherkarte der Kamera in Kartenlesegerät und dann in die entsprechende Ordner.
    Generell haben die Kamerahersteller hier eine große Chance verpasst. Denn gerade dort, wo die Bilder entstehen – in der Kamera, wäre es eigentlich naheliegend einen entsprechenden Cloud-Service zur Bearbeitung und zur Verteilung der Inhalte anzubieten. Leider war die letzte Innovation – in meinen Augen – Bilder mit GPS-Daten zu verknüpfen. Das Know-how der Bildbearbeitung wäre ja in den Unternehmen der Kamerahersteller vorhanden und mit entsprechenden offenen API-Schnittstellen hätten diese sicher die gängigen Blog- und Social-Media-Technologien unterstützen können.
    Der (Massen-)Kunde holt sich diese Funktionen mittlerweile von seinen OS-Mobilgeräteanbietern, weil es halt so schön bequem ist auch. Ich selbst ertappe mich immer öfter bei der Frage, ob ich meine Kamera mitnehmen soll, oder ob mir das iPhone für Schnappschüsse genügt. Vorteil: Schwupp-die-Wupp, über Cloud-Sync kein Medienbruch.
    Aber vielleicht kommen die Kameraanbieter noch auf den Trichter. Denkbar wären eigene Cloud-Services oder eben strategische Partnerschaften mit Bildbearbeitungsanbietern, wobei dann diese über APIs die Social-Media-Verknüpfungen zur Verfügung stellen müssten.

  2. Ulrich, ich stimme Dir in allem zu. Wir machen ja auch alle mehr und mehr Fotos. Auf meiner Festplatte tummeln sich mittlerweile 10.000, wenn das überhaupt reicht. Da brauche ich schon ein bisschen Ordnung und Struktur :-) Leider kommt von den Herstellern nicht viel. Die halbgaren Wifi-Lösungen in Spiegelreflexkameras bringen einen nicht wirklich weiter, werde ich aber im nächsten Urlaub mal ausführlicher testen.

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