Kleine Campingküche

Kleine Campingküche

Zu Beginn unserer Camperkarriere dachte ich, das Essen vom kleinen Gaskocher besteht im Wesentlichen aus Dosenravioli und Spaghetti mit Tomatensauce. Auf der dritten Reise nach Afrika und der ersten dort auf Campingplätzen gab es tatsächlich auch mal Asia Nudelsnacks, einfach mit kochendem Wasser übergossen. Doch vor allem auf längere Sicht, konnte das natürlich nicht so bleiben.

2013 haben wir übermütig einen günstigen Flug nach Kanada gebucht und wollten Low Budget mit Zelt und Rucksack reisen. Im Oktober!! Glücklicherweise haben wir vorher zur Probe Anfang Mai im Harz gezeltet und uns – gelinde gesagt – den Arsch abgefroren. Aus Low Budget wurde also nix, weil wir, teilweise im Schnee, von Lodge zu Lodge gereist sind, aber seitdem besitzen wir unsere Minimal-Kochausrüstung, die uns mittlerweile für die Urlaube mit Elise gute Dienste erwiesen hat:

Dazu gehört eine „grüne“ Optimus Schraubkartusche, die man uns damals bei Globetrotter empfohlen hat, weil sie angeblich überall zu bekommen ist. Allerdings haben wir auf unseren Reisen durch Europa bislang nur die „blauen“ Kartuschen von CampingGAZ gesehen. Dafür passt der kleine Brennerkopf (Optimus Crux) hervorragend dazu. Für den haben wir uns wegen seines kleinen Packmaßes entschieden, denn damals sollt er ja noch in den Rucksack passen. Zu Beginn war der Brennerkopf für uns vom Handling ungewohnt und deshalb umständlich, aber mittlerweile kommen wir gut damit zurecht. Abgerundet wurde das Ganze mit einem Esbitkochset aus Aluminium, damit das Kochen nicht zu lange dauert. Die beiden Töpfe und die kleine Pfanne haben uns bisher voll und ganz gereicht. Zusätzlich sind sie gut ineinander zu stellen und nehmen dadurch ebenfalls nur wenig Platz weg. Verstaut wird alles zusammen in unserer Küchenkiste. Mit einem Griff ist die Küche ausgepackt und mit dem zweiten Griff aufgebaut.

Trotz dieser sparsamen Küchenausrüstung werden wir insgesamt beim Kochen immer erfinderischer. Bei Gerichten mit Nudeln oder Reis bin ich dazu übergegangen, Selbiges vorzukochen, zur Seite zu stellen und in Ruhe eine leckere Soße, Gemüse und/oder Salat zu bereiten. Die Möglichkeiten sind schier endlos. Falls das zu lange braucht und die Kohlenhydrate mittlerweile kalt geworden sind, kippe ich die Soße oben drüber und mache alles noch einmal kurz warm. Letztes Jahr habe ich außerdem Couscous entdeckt, da wir zum ersten Mal einen kleinen Wasserkocher mit auf der Reise hatten. Das ist praktisch, denn so kann man einfach Couscous kurz vorm Abendessen mit kochendem Wasser (und einem Brühwürfel!) übergießen, fünf Minuten ziehen lassen, fertig. Leider ist Steffi nicht ganz so begeistert wie ich. Dafür teilen wir die Leidenschaft für Currygerichte. Dazu haben wir immer eine – am liebsten grüne – Currypaste vom Asiaten unseres Vertrauens dabei und Kokosmilch gibt es praktisch überall. Ich habe mir angewöhnt, alles so klein wie möglich zu schnippeln, damit es halbwegs schnell geht und irgendwie lieben wir mittlerweile „breiiges Essen“ aus unseren blauen Emailleschüsseln. Eine unserer größten Freuden beim Campen ist außerdem, ich gestehe, Baked Beans aus der Dose. Die lieben wir beide – ein richtiges Cowboyessen. Dazu passen prima ein paar Kartoffeln und Würstchen, muss man nur ein bißchen mit der einzigen Flamme jonglieren.

Apropos Würstchen: Steffi ist unsere Grillmeisterin. Zu einem Kurzurlaub im Bayrischen Wald in einem kleinen Appartement mit Garten, konnten wir nicht widerstehen und haben einen günstigen Kugelgrill erstanden. Drei Tage lang gab es alles, was sich grillen ließ. Zu Hause haben wir nämlich weder Balkon noch Garten, so dass das ein seltenes Vergnügen ist. Für die weiteren Reisen war aber leider das Packmaß eines Kugelgrills denkbar ungünstig aber die Grillfreude ungetrübt, so dass wir uns einen kleinen Grill von Esbit gegönnt haben. Der funktioniert großartig und wir haben auch schon zu viert gegrillt – muss man eben ein bißchen zusammenrücken. Fleischtechnisch. Und für‘s Lagerfeuer eignet er sich auch.

Für die lange Afrikareise haben wir aber doch weiter aufgerüstet und uns einen kleinen Zweiplattenkocher »Base Camp« von CampingGAZ und eine große Butangasflasche zum Wiederauffüllen gegönnt. Das wird ein ganz neues Erlebnis tatsächlich unterwegs wieder zwei Platten gleichzeitig zu haben. Auch hier warten wir eifrig auf den Frühling – nebst Hubdach, Kühlschrank und optimiertem Innenausbau, soll auch dieses neue Gadget möglichst bald getestet werden. Und wir wollen uns dieses Jahr mal am Brotbacken im Topf versuchen.

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9 Kommentare

  1. Hallo ihr Beiden,
    den Campingaz BaseCamp hatten wir die letzten 3 Jahre im Einsatz und haben uns nun von ihm getrennt. Bei uns wurde der Gaskocher an der Unterseite sehr heiß. Wir haben in der Regel Schneidbretter oder Kochtopfuntersetzer unter dem Gaskocher zum Schutz platziert. An sich war der aber super, nur der Part hat uns etwas gestört.
    Nur so zur Info, für euren kommenden Test ;)
    Liebe Grüße, Steffi

    • Oho, sowas, vielen Dank für die Vorwarnung. Was nehmt Ihr mit auf die Panamericana? Habt ihr schon eine neue Lösung?

  2. Nice – der Artikel entspricht so ziemlich genau unserer Erfahrung. Für den „etwas leichteren Weg“ gibt es auch hier eine Alukiste wie die Eure. Allerdings haben wir sie mit Trennblechen und vor allem Plastikkästen vom Schäfershop etwas unterteilt und „mehrstöckig“ gemacht, so dass das Kleingedöns nicht so herumfliegt und nervt.

  3. Hi Mike, sehr coole Idee, das hatten wir auch schon überlegt. Leider kamen wir noch nicht dazu. Mich hätte dabei vor allem auch die grandiose Küchenkiste von Marcus inspiriert: https://reisefahrzeug.wordpress.com/2015/04/22/kuchenkiste-3-0/

    :-)

  4. Schöner Artikel! Bis jetzt war das selber kochen eher die billige Alternative für mich wenn ich unterwegs war, aber eure Beispielsrezepte sehen echt lecker aus! Muss ich mir definitiv notieren für die nächste Reise!

    • Hallo Ben, vielen Dank für die Rückmeldung. Steffi versucht ohnehin gerade, mich zu überzeugen, ein paar „Rezepte“ zu veröffentlichen. Kommt mir nur komisch vor, weil ich im Wesentlichen schnippel und zusammen rühre, worauf ich gerade Lust habe. Aber vielleicht überlege mich mir das doch nochmal…

  5. Schaut euch doch mal das System von Cobb an http://tinyurl.com/hmonp68
    Gibt es auch als Gasgrill. Bin dieses Jahr umgestiegen und total begeistert (habe mich allerdings für die klassische Kohle/Brikett-Version entschieden) . Passt alles in eine kleine Tragetasche und findet immer einen Platz im Defender… ;-)

  6. Und wie ist euer Italien Kochfazit? Wir haben aktuell den Enders Brisbane im Auge, welcher öfter im Buschtaxi Forum empfohlen wurde. Entscheiden konnten wir uns immer noch nicht, und schön langsam wird die Zeit knapp – in 3 Wochen wird verschifft. ;)

    • Ui, ich hab mich schon gefragt, ob ihr schon unterwegs seid. Wie aufregend. Für uns ist der Basecamp genau das richtige. Zwei Platten sind schon ein gigantischer Luxus, wo wir vorher immer nur mit den kleinen Dosen rumgewurschtelt haben. Das Packmaß ist auch prima. Nur der Gasnubsel ist uns in unseren Schränken etwas im Weg. Aber im Landcruiser habt ihr ja eh mehr Platz :-) Seid ihr schon aufgeregt? Habt ihr noch Zeit für ein Abschiedsbier?

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