Unsere Lieblingsorte im Süden Afrikas

Unsere Lieblingsorte im Süden Afrikas

Die magischen Momente machen für mich den Reiz am Reisen aus. Besonders unsere Reisen im südlichen Afrika haben Birgit und mich geprägt und wir können kaum erwarten, zurückzukehren und noch viel mehr schöne Momente zu sammeln. Dabei können es auch ganz kleine sein, ein Gesichtsausdruck, ein Windhauch, ein Gesprächsfetzen. Wir verraten Euch, was für uns die schönsten Reiseziele Afrikas sind.

Endlose Weiten im Namib-Naukluft-Nationalpark

Ich laufe täglich durch Häuserschluchten. Lauf in die Arbeit hin und auf dem Heimweg, Vorräte jagen, her. Ich blicke nach links: Betonreihen. Nach rechts: Betonreihen. Als Münchner flüchtet man am Wochenende ins Voralpenland, an die großen Seen oder auf die hohen Berge. Ich blicke nach links: Blech. Nach rechts: Blech. Wohin mein Blicke auch schweifen, immer bleibt mein Auge an etwas hängen, einem Auto, einem Strommasten, einer Reklametafel.

Sonnenuntergang Namib-Naukluft

Im Namib-Naukluft-Nationalpark konnte ich zum ersten Mal in meinem Leben meinen Blick so ungestört in die Weite schweifen lassen, dass mir die Augen weh taten. Ich saß auf eine kleinen Anhöhe, unweit der Hoodia Desert Lodge und wartete auf den Sonnenuntergang. Plötzlich höre ich ein fernes Grollen, das näher zu kommen scheint. Es klingt wie ein Auto, ich blicke nach links, ich blicke nach rechts, aber weit und breit keine Sraße und auch kein Auto. Auch keine verräterische Staubwolke. Bis mir plötzlich ein Windhauch übers Gesicht bläst und mich in der Totenstille allein zurücklässt. In diesem Land hört man den Wind kommen.

Unser Tipp: Entlang der malerischen Schotterstraße D707 gibt es zahlreiche Unterkünfte und Sehenswürdigkeiten, die zum Verweilen und Weite genießen einladen.

Wale in Hermanus

Hinter dem Parkplatz an der Steilküste von Hermanus steht eine kleine unscheinbare Parkbank. Zur ihrer Linken und Rechten führen schmale Trampelpfade an der Küste entlang. Keine Reklametafel lockt Touristen auf ein Whalewatching-Boot, kein Hinweisschild preist Souvenirs an. Der mündige Reisende setzt sich also erstmal auf die Parkbank, um zu überlegen wie es weitergeht. Einen Infostand suchen, am Hafen gucken, vielleicht das Mittagessen vorziehen, bevor es zu Walbeobachtung geht. Aus dem Augenwinkel sehe ich einen dunklen Körper über eine Welle fliegen und vernehme ein lautes »Pflatsch«.

Springender Südkaper, Hermanus

Hermanus ist einer der wenigen Orte auf der Welt in der man Wale mit bloßem Auge von Land beobachten kann. Die Südkaper kommen Mitte Juli zur Paarung und Aufzucht ihrer Jungen in die planktonreichen, ruhigen Buchten der südafrikanischen Küsten bevor sie sich im Dezember auf den Weg zur Antarktis bewegen.

Unser Tipp: Einfach sitzen, gucken und dankbar sein, dass man diesem beeindruckenden Naturschauspiel einfach von einer Parkbank aus zusehen kann. Beste Zeit: Oktober.

Lebhafter Caprivi (heute Kavango-Ost und Sambesi)

Wenn man aus südlicher Richtung auf den Weidezaun zufährt, der Namibia vom Caprivizipfel trennt, taucht man in ein ganz anderes Namibia. Statt endlosen Weiten tobt hier das Leben. Pulsierende Städte, Rundhütten so weit das Auge reicht. Überall laufen Menschen hin und her, holen Wasser, tragen Holz. Kinder wuseln dazwischen, spielen, lachen, machen Blödsinn.

Rundhütten auf dem Weg in den Caprivi-Streifen

Der Caprivizipfel ist eine Ausbuchtung im Nordosten Namibias. Grenzziehung und Namensgebung nach Leo von Caprivi gehen auf die koloniale Vorgeschichte des Landes zurück. Das Gebiet wird durch die Flüsse Okavango, Kwando und Sambezi begrenzt, die diese Region ausgesprochen fruchtbar machen. Abends im Bett hört man in der Ferne an den Ufern des Okavangos die Nilpferde zufrieden grunzen und schmatzen. Und das Blut gefriert einen in den Adern, weil es sich anhört, als würden die Dickhäuter gleich zur Vordertür hereingemampft kommen.

Unser Tipp: Einige Tage in dieser Region einplanen und das Leben in den Orten, sowie die Wildnis an den Flüssen auskosten. Außerdem sollte man einen Abstecher in das Mahango Game Reserve einplanen.

Zu Besuch bei den San in der Kalahari

Bauchweh mitten in der Kalahari-Wüste? Kein Problem, wenn man einen San zur Seite hat. Man muss der kargen Gegend nur eine Wurzel entlocken und sie wie folgt zubereiten: »put in a pot, boil for 15 minutes, drink as a tea, your stomach will be fine«. Das haben uns Anna und ’Nauka auf einem Bushwalk beigebracht. Wir lernten viel über ihre Geschichte und Bräuche während unseres Aufenthaltes in Dqae Qare, einer einfachen Lodge, die von San geleitet wird. San sind eine ethnische Gruppe in verschiedenen Regionen im südlichen Afrika, die früher als Jäger und Sammler gelebt haben. Leider wurden sie mehrfach aus ihren ursprünglichen Gebieten vertrieben. Zuletzt schickte man sie in die Wüste und verbot ihnen ihre traditionelle Lebensweise.

Für zwei Nächste wohnen wir in einer Lodge, die von den San geführt wird.

Unser Tipp: Es muss nicht immer die Luxus-Lodge sein. In Community-Unterkünften lebt es sich oft schöner und man erfährt viel Interessantes über Land und Leute. Es muss auch nicht immer die Supersensation sein. Ein Kräuter-Spaziergang durch das umliegende Gebüsch ist vielleicht sogar magischer.

Noch 256 Tage dann wird diese Liste schnell weiterwachsen. Wir freuen uns auf die Drakensberge, die Great Migration, Berggorillas in Ruanda und ganz viel Zeit, das alles und noch viel mehr in Ruhe genießen zu dürfen.

Wenn Ihr noch Tipps für uns habt, immer her damit :-).

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