Auto nach Afrika verschiffen – Eine Übersicht

Auto nach Afrika verschiffen – Eine Übersicht

Als vor einigen Jahren unser Traum entstand, ein Jahr Auszeit auf Reisen zu verbringen, wollten wir zunächst mit dem Auto von München nach Kapstadt fahren. Doch der arabische Frühling hat Vieles verändert und da man auf allen möglichen Landwegen durch mehrere Krisengebiete kommt, haben wir einen neuen Plan entwickelt. Wir wollen unseren Landy, die blaue Elise, mit dem Schiff nach Afrika vorausschicken und vom ursprünglichen Ende der Reise, also in Kapstadt, starten. Alternativ kommt noch Walvis Bay in Namibia als Ausgangshafen in Frage. Von hier können wir ohne Zeitdruck die Länder im südlichen Afrika bis Kenia hinauf bereisen. Sollten wir dann doch über Äthiopien auf dem Landweg zurück nach Hause kommen prima und wenn es uns zu heikel ist, fahren wir einfach wieder zurück nach Kapstadt.

Prinzipiell kann man den Wagen im Container verschiffen oder Roll-On Roll-Off, auch RoRo genannt: Wagen aufs Schiff fahren und am Zielhafen wieder runter – quasi wie eine lange Fähre nur ohne Begleitung. Auch wenn das günstiger ist als der Container überwiegen für uns die Nachteile. Zum einen muss das Auto leer sein, keine persönlichen Dinge dürfen sich im Auto befinden, was immer das heißen soll. Und uns ist schleierhaft wie wir dann unsere ganze Ausrüstung nach Afrika bekommen sollen. Und zum anderen steht der Wagen offen auf dem Schiff, so dass theoretisch jeder ran kommt und das bisschen, was noch drin ist, mitnehmen kann.

Deshalb kommen Speditionen, die ausschließlich RoRo verschiffen, wie beispielsweise Seabridge-Tours, für uns nicht in Frage. Hansen Shipping wiederum steuert nur Häfen in Westafrika an und DB Schenker organisiert keine private Verschiffungen sondern nur Transporte im großen Stil. Africar und Transhanseatic Spedition haben meine Anfrage leider nicht beantwortet, so dass nach ausgiebiger Recherche im Wesentlichen drei Optionen übrig bleiben, die alle etwa 30 Tage für den Transport eines Autos nach Afrika benötigen. Voraussetzung für alle ist ein gültiges Carnet de Passage, ein Grenzdokument für Euer Auto, dass Ihr beim ADAC bekommt.

Andreas Ebert Spedition

  • Mögliche Zeilhäfen sind Kapstadt und Walvis Bay
  • Verschiffung im 20′ Container
  • Versicherung gegen Totalverlust für 0,95 % vom Warenwert und für 1,25 % all risk Versicherung

Kosten:

  • Transport nach Kapstadt komplett: 3.057,59 €
  • Transport nach Walvish Bay komplett: 3.027,96 €

Pro: Viele positive Rückmeldungen von anderen Reisenden.

Contra: Mit Abstand am teuersten.

African Overlanders

Duncan und Elli leben in der Nähe von Kapstadt, betreiben dort einen kleinen Campingplatz und kümmern sich um viele kleine und große Probleme, die auf einer Reise auftreten können, vermitteln zum Beispiel gute Kfz-Mechaniker und organisieren Verschiffungen:

  • Zielhafen ausschließlich Kapstadt
  • Verschiffung nach Möglichkeit im 40′ Container, da günstiger (einen passenden Container-Buddy organisiert Duncan)
  • Versicherung gegen Beschädigung oder Totalverlust möglich, aber der Preis muss mit dem »Hafenagenten« ausgehandelt werden

Kosten:

Transport nach Kapstadt komplett: 2.600 €

Pro: Duncan ist ein hilfreicher Kontakt für die weitere Reise. Auch hier haben wir nur Gutes von anderen Reisenden gehört.

Contra: Duncan lebt aber eben in Südafrika und ein Kennenlernen vorm Verschiffen ist nicht möglich.

GTG Seefracht

  • Mögliche Zeilhäfen sind Kapstadt und Walvis Bay
  • Verschiffung im 20′ Container
  • Speditionsversicherung und für 1 % vom Warenwert Zusatzversicherung

Kosten:

  • Transport nach Kapstadt: 1.932 €
  • Transport nach Walvis Bay: 2.860 €
  • (Gebühren in den afrikanischen Häfen kommen oben drauf)

Pro: Günstig, rasche und ausführliche Antworten per Mail.

Contra: Keine Angaben zu den Hafengebühren.

Bis Ende April wollen wir uns entscheiden. Momentan kommen für uns Andreas Ebert oder African Overlanders in Frage, denn von GTG Fracht haben wir von anderen Reisenden noch so gar nichts gehört. Freunde von uns haben Duncan von africanoverlanders bereits 2012 persönlich kennen gelernt und er dürfte ausreichend Erfahrung mit Verschiffungen haben, trotzdem ist er eben keine Spedition. Also entweder sparen wir ein bisschen und entscheiden uns für Duncan. Oder wir wollen uns so sicher wie möglich fühlen und sind bereit, dafür etwas mehr zu bezahlen, dann bekommt Ebert den Zuschlag. Es wird ohnehin grauenvoll, 30 Tage von Elise getrennt zu sein…

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2 Kommentare

  1. Sehr gut recherchiert, ansprechend formuliert und praktisch verlinkt. Ich denke wir werden dann auch von Ebert verschiffen lassen, scheint am einfachsten zu sein. Hinreise Walvis Bay, Rückreise ggfs. Kapstadt.
    Würde mich sehr freuen euch dort dann wiederzusehen.
    Liebe Grüße Roland

    • Klingt nach einem prima Plan. Wir freuen uns auch sehr, wenn wir uns unter der afrikanischen Sonne wiedersehen. Und dann bin ich sehr gespannt, wie der Australien-Afrika-Vergleich ausgeht :-)
      Lieben Gruß, Steffi

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