Internet im Ausland

Internet im Ausland

Off Road, offline? Nicht nur als Reiseblogger und Online-Nerd wünsche ich mir im Ausland Internet. Eine vernünftige Internetverbindung auf unseren Reisen: on road, off road und auf dem Campingplatz sowieso. Das Internet ist für mich bei der Reiseplanung und unterwegs unverzichtbare Informationsquelle. Ich recherchiere Routen, Sehenswürdigkeiten, die nächste Gelegenheit für einen Imbiss, welche Fähre uns über das Mittelmeer bringt und welcher Stellplatz mir am besten für unser Nachtlager geeignet scheint. Internet im Ausland ist aber meistens noch eine kostspielige und aufwendige Angelegenheit, vor allem abseits der Metropolen und Hotelketten.

Trotz LTE, Mobilfunkmasten selbst im kleinsten Kaff, Smartphones, Smart Watch, Smart Home – aber wehe ich will gemütlich vom Campingstuhl aus meine Reiseerinnerungen bloggen, da wird aus den schönen Werbeversprechen, realer Datenfrust. In den vergangenen Jahren habe ich einiges ausprobiert, um den Traum vom mobilen Büro Wirklichkeit werden zu lassen. Hier also eine kleine Zusammenfassung meiner Erlebnisse mit den verschiedenen Technologien und Gimmicks, die ich auf unseren Touren ausprobiert habe.

Freies WLAN unterwegs

Die einfachste und günstigste Art im Ausland ins Internet zu kommen. Im nördlichen Amerika ist der Traum bereits Realität, jeder Starbucks, die meisten Unterkünfte, Malls und Städte bieten kostenlosen Zugang ins Highspeed-Internet. Mit Handy, Tablet oder Rechner einfach in das nächste freie WLAN einloggen und los surfen. Natürlich bitte mit den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen. In freien, öffentlichen Netzen sind Daten, Passwörter und Verbindungen nicht so sicher, wie hinter der heimischen Firewall.

Im europäischen Ausland sieht es dem freien Internet schon schlechter aus, hier kann man sich leider nur selten darauf verlassen, dass der nächste Campingplatz überhaupt einen WLAN-Router besitzt, geschweige denn, dass einem nicht horrende Kosten für lächerlich wenig Volumen berechnet werden. Das ist jetzt etwas pauschal formuliert und gilt sicherlich nicht für jedes Land.

Deutschland dagegen steckt IMHO noch im tiefsten WLAN-Mittelalter. Erst vor wenigen Wochen zahlte ich am Flughafen Düsseldorf 12 Euro für einen Tageszugang zum schnellen Internet und konnte mit der rumpeligen Verbindung nicht mal meine Mails abrufen.

Unsere bisherigen Erfahrungen im südlichen Afrika beschränken sich auf Namibia, Botswana, Südafrika, Sambia und Malawi. Die Versorgung mit WLAN auf den Campingplätzen und in den Parks ist auch hier eher dürftig. Was aber wohl eher daran liegt, dass es eine hervorragende mobile Infrastruktur gibt. In wirklich jedem Dorf finden sich kleine Läden, die „Airtime“ verkaufen.

Mit einem deutschen Mobilfunkvertrag im Ausland Internet

In einem Satz: Keine gute Idee. Die vielen verschiedenen Verträge der Mobilfunkanbieter sind trotz All-Net und Schieß-Mich-Tot-Flats mittlerweile so undurchsichtig geworden, dass es ein ziemliches Glücksspiel ist. Am besten man kappt die mobile Datenverbindung  besser schon 50 km vor der Grenze.

Ich zum Beispiel bin bei o2. Mit einem Blue-Tarif, der mir aber zu teuer ist, hätte ich eine EU-Roaming-Flat. Ich könnte also auf mein Inklusivvolumen auch im Ausland nutzen. Klingt zunächst gut, wenn ich nicht immer schon in der zweiten Woche des Monat auf Edge gedrosselt würde, da dieses Volumen wie nichts verdunstet. Ohne dieses Paket bleiben mir noch zwei Möglichkeiten. 1,99 € pro Tag – klingt erstmal nicht schlecht, gilt aber leider nur für 50 MB – ein schlechter Scherz. Oder aber ich zahle 0,23 € pro MB. Bei knapp 60 € soll ein „Kosten-Airbag“ einsetzen. Dieser geht dann wohl nach 258 MB auf. Wenn man es so rechnet, auch kein Schnäppchen.

Eine gute Seite, die ich für den Vergleich von Tarifen und Gebühren gern zu Rate ziehe ist www.teltarif.de. Hier lassen sich die unterschiedlichen Angebote recht schnell und übersichtlich vergleichen.

Die gute Nachricht: bis Mitte 2017 sollen europaweit die Roaming-Gebühren abgeschafft werden.

Wie man trotzdem mit dem eigenen Handy günstig im Ausland telefoniert und ohne Roaming-Gebühren ins Internet kommt?

Ein super pfiffige Idee, von meinem lieben Kollegen Bastian, der dazu noch eine phantastische Anleitung geschrieben hat.

Zusammengefasst:

  1. Skype-Festnetznummer bestellen
  2. Die eigene Handynummer als Caller ID bei Skype einstellen
  3. Anrufweiterleitung auf die Skypenummer im Telefon einstellen
  4. im Ausland lokale Prepaid-Karte organisieren

Die ausführliche Anleitung findet Ihr in seinem Blog. Ich habe es ausprobiert und es funktioniert hervorragend. Klasse, wäre das Problem schon mal gelöst. Bleibt immer noch die Suche nach dem kostengünstigen Datenvolumen.

Unabhängig mit dem eigenen WLAN-Hotspot und Daten-SIM

Vergangenes Jahr habe ich mir einen mobilen Hotspot zugelegt, einen Huawei E5776 LTE Mobile WiFi Hotspot (150Mbps, microSD Kartenslot) schwarzHuawei Mobile Wifi. Dazu eine Daten-SIM von Simyo mit einem Volumen von 1GB für knappe 10 Euro. Fünf Geräte können sich gleichzeitig mit dem kleinen Router verbinden. Ich spare mir also die SIM-Tauscherei im iPhone und kann meine Telefonnummer mit Bastis Tipp bequem weiter nutzen.

Huawei Mobile WifiBei Simyo gibt es die Option spezielle Auslandspakete vor Abreise zu aktivieren. In Slowenien und Kroatien bin ich damit leider gescheitert. Es ist mir weder gelungen, das Kontingent zu aktivieren, noch wollte der Router die Karte erkennen. Woran es letzten Ende lag, konnte ich leider nicht herausfinden.

Für den Korsika-Urlaub testete ich eine Prepaid-Daten-SIM für Frankreich von simly. Die SIM-Karten gibt es in allen üblichen großen, optional auch noch einen Adapter dazu. Knapp 36 Euro für 1 Gigabyte sind ein stolzer Preis, aber es funktionierte! Kurz vor Abreise habe ich die Karte aktiviert. Achtung, sie gilt nur für 30 Tage, also nicht frühzeitig testen. Auf dem Festland in Korsika angekommen, schaltete ich den Router an und war tatsächlich online! Das Gigabyte war trotz Sparsamkeit schneller verbraucht, als erwartet. Leider ist es mir ebenfalls nicht gelungen von unterwegs die Karte wieder aufzuladen.

In Kanada wiederum scheint es nicht mehr möglich, als Tourist eine Prepaid-Datenkarte zu erwerben, wir sind damals in drei verschiedenen Läden abgewiesen worden. In Taiwan zum Beispiel klappte das ganz wunderbar in jedem lokalen Mobilfunkgeschäft.

Bisher ist das dennoch die beste Lösung für mich. Und ich gehe weiter auf Jagd nach dem günstigsten Datentarif :-) Einzige Schwachstelle: Funkloch bleibt Funkloch. Findet das Gerät keine Verbindung zum nächsten Funkturm ist auch hier Schluss mit surfen.

Unbegrenztes Datenvolumen mit Skyroam

Bei meinen Recherchen bin ich auf Skyroam gestoßen. Der Anbieter verspricht mit seinem mobilen Hotspot unbegrenztes Datenvolumen in 80 Ländern für nur 8 $ am Tag.

Folgendes sind die Unterschiede zu den anderen Lösungen:
Mit Skyroam Ausland Internet

Sobald es wieder auf Achse geht, werde ich das als nächstes testen.
Welche Lösung bringt Euch auf Euren Reisen ins Internet? Falls Ihr noch andere gute Ideen habt, freue ich mich über einen Kommentar von Euch.

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