Auto nach Afrika verschiffen – Eine Übersicht

Auto nach Afrika verschiffen – Eine Übersicht

aktualisiert am 26.09.2016 von Stefanie

Als vor einigen Jahren unser Traum entstand, ein Jahr durch Afrika zu reisen, wollten wir noch auf dem Landweg von München nach Kapstadt fahren. Der arabische Frühling hat die Durchreise in vielen Ländern erschwert. Also haben wir einen neuen Plan entwickelt: Wir wollen unseren Landy, die blaue Elise, mit dem Schiff nach Afrika vorausschicken und vom ursprünglichen Ende der Reise, also in Kapstadt, starten. Alternativ kommt Walvis Bay in Namibia als Startpunkt in Frage. Von hier könnten wir ohne Zeitdruck die Länder im südlichen Afrika bis Kenia hinauf bereisen. Sollten wir dann über Äthiopien auf dem Landweg zurück nach Hause kommen: prima! Und wenn es uns zu heikel ist, fahren wir einfach wieder zurück nach Kapstadt.

Wie man ein Auto verschifft

Prinzipiell kann man sein Auto in einem Container auf einem Frachtschiff verschiffen oder über Roll-On Roll-Off, auch RoRo genannt: Wagen aufs Schiff fahren und am Zielhafen wieder runter – quasi wie eine lange Fähre. Mal mit, mal ohne eigene Überfahrt, das ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Praktische Erfahrung dazu teilen Michaela und Tobias auf ihrem Panamericana-Blog.

Auch wenn RoRo günstiger ist als ein Container, überwiegen für uns die Nachteile. Das Auto muss nach unseren Informationen ziemlich leer sein. Keine persönlichen Dinge dürfen sich im Auto befinden. Was immer das heißen soll. Und uns ist schleierhaft wie wir unsere ganze Ausrüstung nach Afrika bekommen sollen. Und zum der Landy stünde offen auf dem Schiff, so dass theoretisch jeder ran kommt.

Deshalb kommen Speditionen, die ausschließlich RoRo verschiffen, wie beispielsweise Seabridge-Tours, für uns nicht in Frage. Hansen Shipping wiederum steuert nur Häfen in Westafrika an und DB Schenker organisiert keine private Verschiffungen, sondern nur Transporte im großen Stil. Africar und Transhanseatic Spedition haben unsere Anfragen leider nicht beantwortet, so dass nach ausgiebiger Recherche drei Optionen übrig bleiben, die alle etwa 30 Tage für den Transport eines Autos nach Afrika benötigen. Voraussetzung für alle, ist ein gültiges Carnet de Passage, ein Grenzdokument für Euer Auto, dass Ihr beim ADAC bekommt.

Andreas Ebert Spedition

  • Mögliche Zielhäfen sind Kapstadt und Walvis Bay
  • Verschiffung im 20′ Container
  • Versicherung gegen Totalverlust für 0,95 % vom Warenwert und für 1,25 % all risk Versicherung

Kosten

  • Transport nach Kapstadt komplett: 3.057,59 €
  • Transport nach Walvish Bay komplett: 3.027,96 €

Pro

Viele positive Rückmeldungen von anderen Reisenden. Sehr zuverlässig und hilfsbereit.

Contra

Mit Abstand am teuersten.

African Overlanders

Duncan und Elli leben in der Nähe von Kapstadt, betreiben dort einen kleinen Campingplatz. Sie kümmern sich um viele kleine und große Probleme, die auf einer Reise auftreten können. Zum Beispiel vermitteln sie Kfz-Mechaniker und organisieren Verschiffungen:

  • Zielhafen ausschließlich Kapstadt
  • Verschiffung nach Möglichkeit im 40′ Container, da günstiger (einen passenden Container-Buddy organisiert Duncan)
  • Versicherung gegen Beschädigung oder Totalverlust möglich, aber der Preis muss mit dem »Hafenagenten« ausgehandelt werden

Kosten

Transport nach Kapstadt komplett: 2.600 €

Pro

Duncan scheint ein hilfreicher Kontakt für die weitere Reise. Auch hier haben wir nur Gutes von anderen Reisenden gehört.

Contra

Duncan lebt in Südafrika und ein persönliches Kennenlernen ist nicht möglich. Um die Abwicklung am deutschen Hafen müsste man sich weitgehend selbst kümmern. Bekannte von uns haben erst kürzlich die Erfahrung gemacht, dass der versprochene Container-Buddy für einen 40′-Container in letzter Minute absprang und African Overlanders damit den Deal platzen ließ.

GTG Seefracht

  • Mögliche Zielhäfen sind Kapstadt und Walvis Bay
  • Verschiffung im 20′ Container
  • Speditionsversicherung und für 1 % vom Warenwert Zusatzversicherung

Kosten

  • Transport nach Kapstadt: 1.932 €
  • Transport nach Walvis Bay: 2.860 €
  • (Gebühren in afrikanischen Häfen kommen hinzu)

Pro

Günstig, rasche und ausführliche Antworten per Mail.

Contra

Keine Angaben zu Hafengebühren.

Und wie verschifft Ihr nun Eure Elise?

Obwohl wir zunächst zu African Overlanders tendiert hatten, haben wir uns für Herrn Ebert entschieden. Wir brauchen uns im Grunde nur noch darum kümmern, Elise, pünktlich am 3.11. nach Hamburg zu bringen. Um alles weitere, Hafengebühren, Verladung, Kontakt in Kapstadt, Zolleinfuhr am Hafen, kümmert sich die Spedition Ebert. 

Am 8.11. sticht Elise in See!!! Es wird grauenvoll, 30 Tage von Elise getrennt zu sein…

4 Comments

  1. Sehr gut recherchiert, ansprechend formuliert und praktisch verlinkt. Ich denke wir werden dann auch von Ebert verschiffen lassen, scheint am einfachsten zu sein. Hinreise Walvis Bay, Rückreise ggfs. Kapstadt.
    Würde mich sehr freuen euch dort dann wiederzusehen.
    Liebe Grüße Roland

    • Klingt nach einem prima Plan. Wir freuen uns auch sehr, wenn wir uns unter der afrikanischen Sonne wiedersehen. Und dann bin ich sehr gespannt, wie der Australien-Afrika-Vergleich ausgeht :-)
      Lieben Gruß, Steffi

  2. RoRo – so unsere Erfahrung – ist genau das Gegenteil von dem, was Ihr oben beschrieben habt, zumindest wenn man selbst mit an Bord ist. Das hat sich aber auch für uns erst hinterher herausgestellt!

    Bei RoRo mit Fahrer an Bord ist das Auto immer abgeschlossen, steht sicher und gut verstaut unter Deck und außer Euch kommt niemand ran. Und auch die Autos, die mit uns (aber ohne Fahrer) auf dem Schiff waren, waren immer absolut sicher: im Hamburger Hafen, auf See und auch im Zielhafen Montevideo. Wir haben inzwischen mit vielen, vielen Reisenden gesprochen, die verschifft haben. Zumindest nach Südamerika gehören die ganzen Horror-Stories über aufgebrochene Autos und geklaute Inhalte der Vergangenheit an.
    Das gilt übrigens auch für den Inhalt des Autos. Ich glaube, dass das nur eine Masche ist, um hinterher im Fall der Fälle sagen zu können: „aber wir haben doch gesagt, dass das Auto leer sein muss“. Niemand prüft, was drin ist! Eine (temporäre) Trennung zwischen Fahrerkabine und Laderaum oder eine extra verschließbare Staubox sollten helfen.
    Viele Grüße, Tobias

  3. Pingback: Die Packliste für deinen nächsten Roadtrip im Campervan

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