Die Küste Tansanias – zwischen Ruinen und Beach Boys

Die Küste Tansanias – zwischen Ruinen und Beach Boys

Weißer Strand, türkisblaues Wasser, kleine Fischerboote – die Küste Tansanias wirkt auf Fotos paradiesisch. Die Realität sieht anders aus.

Den Indischen Ozean haben wir auf unserem Roadtrip durch Afrika schon in Südafrika besucht. In Tansania treffen wir in Dar es Salaam wieder auf die Küste. Die Großstadt wirkt auf uns schicker und moderner, als wir es zu nächst erwartet hätten. Funkelnde Hochhäuser, schicke Wohnviertel und Epidor, eine französische Bäckerei, bei dem wir uns die ersten Pain au Chocolats seit unserer Abfahrt schmecken lassen.

Die Strände südlich der Stadt sollen es mit Sansibar aufnehmen können. Wir quartieren uns zwei Tage im Mikadi Beach ein und sind geschockt.

Kigamboni

Optisch ist Kigamboni oder South Beach bei Dar es Salaam ein Traum. Weißer Sandstrand, Palmen, blaues Badewannenwasser. Aber die Beach Boys sind eine rechte Plage, nur schwer abzuwimmeln und haben es häufig faustdick hinter den Ohren.

Am Campingplatz Mikadi Beach warnen gleich mehrere Schilder, dass das Verlassen des Geländes gefährlich wäre. In der Tat führt die Zufahrt durch ein recht abgerocktes Viertel. Der Platz selbst liegt dicht am Strand, ist aber völlig verwahrlost. Geduscht wird mit Salzwasser. Das ist an der Küste leider meistens so. Die Toiletten sind widerlichst verdreckt. Das Personal ist unfreundlich bis muffelig und die anderen Gäste laut bis spät in die Nacht.

Alternativ gibt es noch Kipeopeo etwas weiter südlich. Dieser Campingplatz muss früher der Liebling der Overlandergemeinde gewesen sein. Heute schrecken die Kommentare auf iOverlander ab. Wir stellen es uns noch schlimmer als Mikadi vor.

Kigamboni, einst viel gelobter Strandabschnitt, scheint seine besten Zeiten hinter sich zu haben. Dabei führt jetzt sogar eine brandneue sechsspurige Autobahnbrücke auf die Halbinsel. Eine Spende der Amerikaner. Die nehmen wir auf dem Hinweg und sind ziemlich allein auf weiter Flur. Die Masse nimmt weiterhin die kleine Fähre Richtung Großstadt.

Bagamoyo

Die ganze Küste Ostafrikas ist geprägt von der Geschichte des Sklavenhandels. In jeder größeren Stadt von Kilwas in Tansania bis Lamu in Kenia finden sich Zeugnisse dieses bitteren Kapitels. Zum Beispiel in Bagamoyo. Die Stadt wurde im 18. und 19. Jahrhundert regiert von arabischen Sultanen, die dort ihren zentralen Handelshafen für Sklaven und Elfenbein hatten. Während der Kolonialzeit war der Ort Hauptsitz der deutschen Verwaltung.

Heute ist Bagamoyo ein verschlafenes Fischerdorf. Einige Gebäude, die stark verfallen sind, erinnern an seine wohlhabende Vergangenheit. Wer seinen Stadtrundgang fotografisch festhalten will, muss eigentlich bei der „Touristeninfo“ für 20.000 tansanische Schilling (umgerechnet etwa 8 Euro) ein Ticket kaufen. Verpflichtend, wie im Reiseführer beschrieben, ist es aber nicht.

Sansibar

Der berühmten Gewürzinsel haben wir einen eigenen Artikel gewidmet. Lies selbst, was wir auf der Insel erlebt haben.

Pangani

Der für uns schönste Küstenabschnitt Tansanias befindet sich zwischen Pangani und Tanga im Norden des Landes. Hier hat man seine Ruhe vor den Strandverkäufern, einen idyllischen Campingplatz direkt am Meer, bekommt exzellenten Fisch und kann einfach die Seele baumeln lassen.

Wie überall in der Küste des Indischen Ozeans ist der Tidenhub so stark, dass man bei Ebbe fast zwei Kilometer weit zum Riff laufen kann. Ansonsten stehen schnorcheln, tauchen, Watt wandern oder segeln auf dem Programm.

Vier Tage waren wir im Peponi Beach Resort. Dieser Campingplatz ist herrlich entspannt mit gemütlicher Bar und kleinem Pool, freundlichem Personal und die Sanitäranlagen sind sehr gepflegt. Also alles, was man für ein paar faule Strandtage braucht.

Insgesamt hat uns die Küste Tansanias nicht sehr beeindruckt. Zwischen verschlafenen Fischerstädten und Urlaubszentren gibt es kaum Infrastruktur für Overlander. Wer sein Auto nicht sicher unterstellen kann und deshalb auf Sansibar verzichten muss, der ist in Pangani unserer Meinung nach am besten aufgehoben.

Mit dem Land Rover durch die Usambara Berge in TansaniaWarum wir uns in die Berge Tansanias verliebt haben, erfährst du in unserem Reisebericht.

 

 

 

Great Migration: Springende Gnus in der SerengetiWas wir in der Serengeti erlebt haben und wie du deine eigene Safari planst, erfährst du in unserem Artikel „Serengeti für Selbstfahrer“.

 

 

 

Alle Infos und Tipps für deinen nächsten Tansania Roadtrip haben wir in einem ausführlichen Steckbrief zusammengefasst.

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