Grenzübergang: Sambia – Simbabwe – Südafrika (Kariba Dam und Beitbridge)

Grenzübergang: Sambia – Simbabwe – Südafrika (Kariba Dam und Beitbridge)

Aktualisiert am 17. September 2017 um 03:30

Grenzübergänge in Afrika können zeit- und nervenraubend sein. Müssen sie aber nicht. Bis auf einige unterschiedliche Gebühren ist das Prozedere eigentlich immer das Gleiche. Wir haben für Euch alle Infos für den Grenzübergang von Sambia nach Simbabwe und zurück nach Südafrika zusammengestellt.

Chirundu und Beitbridge liegen entlang der Great North Road, einer der Haupt-Transitstrecke für LKWs vom südlichen ins östliche Afrika. Solche Grenzübergänge versuchen wir wann immer möglich zu vermeiden. Zum einen, weil es viel übersichtlicher und gemütlicher und meistens auch schneller ist.

Für die Einreise nach Simbabwe fahren wir also vom Sambesi Richtung Siavonga am Karibasee.

Vorteil: Ruhiger Grenzübergang, kein einziger LKW weit und breit. Keine Wartezeit. Nachteil: Keiner.

Ausreise Sambia (Kariba Dam)

Ausreise aus Sambia völlig unproblematisch, da nichts los war. Pass stempeln lassen, dann das Carnet. 10 $ Gebühr für die Überfahrt über den Staudamm.

  1. Exit-Stempel für das Carnet
  2. Ausreise-Stempel im Pass

Auf nach Simbabwe!

Einreise Simbabwe

Statt Schlagbaum und Stacheldraht überquert man den eindrucksvollen Kariba-Staudamm. Auf der simbabwischen Seite wurden wir direkt vom Militär aufgehalten, da man nicht auf dem Damm aussteigen dürfe und Fotografieren schon dreimal nicht. Willkommen in Simbabwe.

Die Einreiseformalitäten waren insgesamt recht chaotisch, da uns die Reihenfolge der zu sammelnden Stempel nicht klar war. Rückblickend scheint der Weg aber wie folgt:

  1. Zunächst Visum beantragen für 30$. Theoretisch sind auch hier wieder drei Monate möglich.
  2. Stempel von der Polizei in einer dunklen Wellblechhütte holen. Zusätzlich zu allen Formalitäten bekommt man hier einen „Gate Pass“ auf dem alle Stationen zusätzlich abzustempeln sind, damit der Mensch am Schlagbaum sieht: alles erledigt.
  3. Anschließend Stempel im Carnet.
  4. Zusätzlich sind für das Auto Roadtax (10 $), Versicherung (15 $) und Carbon Tax (30 $) erforderlich. All das gibt es an einem Schalter und obwohl nur drei Leute vor uns standen, haben wir fast eineinhalb Stunden gewartet. Man bekommt trotz Carnet ein Temporary Import Permit ausgestellt, dass die Polizei bei ihren Kontrollen sehen will.

Zu guter Letzt erfolgte noch eine kurze, harmlose Wageninspektion der Polizei: „It is not even messy“, war alles, was die Beamtin zu beanstanden hatte. Das sollte sich bald ändern.

Ausreise Simbabwe (Beitbridge)

Vorteil: Da kaum noch Touristen in Simbabwe sind, ist der berüchtigte Grenzübergang deutlich ruhiger geworden und Schlepper gibt es nicht mehr. Man hatte uns gesagt, wir müssten mit vier Stunden rechnen, waren aber in nicht mal zwei Stunden fertig. Nachteil: Keiner

Ausreise aus Simbabwe lief geordnet entlang einer Schalterreihenfolge:

  1. 9$ Brückenzoll bezahlen, der Zettel, den man hier bekommt, dient als Gate Pass, auf dem wieder Stempel zu sammeln sind
  2. Pass stempeln lassen
  3. Kontrolle der Papiere bei der Polizei
  4. Der Zoll befindet sich außerhalb an einer Wellblechhütte, wo das Carnet gestempelt wird. Klägliche Versuche der Zollbeamten uns noch ein paar Dollar fürs Mittagessen abzuringen, prallten nach zehn Tagen im Land mit 35 Polizeisperren unbeeindruckt von uns ab.

Interessanterweise erhielten Mitreisende bei der Ausreise aus Simbabwe von einer Polizistin eine Handynummer und das Angebot, sich doch bei Wiedereinreise in Simbabwe zu melden. Sie hätte ihnen dann einen Freifahrtschein  die Polizeisperren ausgestellt. Man scheint sich also bewusst, dass all diese Strassenkontrollen auch noch die letzten tapferen Touristen vertreiben.

Einreise Südafrika

Bei der Einreise in Südafrika war die Schlange zur  Passkontrolle unglaublich lang. Dafür können wir die Gerüchte in Overlandernforen, man würde bei der Wiedereinreise in Südafrika allenfalls ein Transitvisum für sieben Tage bekommen, widerlegen. Wir haben völlig ohne Probleme ein Visum für weitere drei Monate bekommen, obwohl wir erst zwei Monate zuvor aus Südafrika ausgereist waren. Die Zollabfertigung ging schnell, auch wenn die Beamtin nicht viel mit dem Carnet anfangen konnte. Straßengebühren, Steuern oder Versicherung fallen in Südafrika nicht an.

Praktische Tipps für den Grenzübergang

Immer als gewünschten Zeitraum für das Visum den längstmöglichen angeben. Den gibt es nicht immer automatisch. Verlängerungen im Land selbst sind eher kompliziert. Ein ungeplanter Werkstattaufenthalt kann dann noch stressiger werden.

Grenzübergänge um die Mittagszeit vermeiden, da alle Beamten mit Essen beschäftigt sind, was die Abläufe nicht gerade beschleunigt.

In einigen Overlanderhandbüchern wird empfohlen, bei Ausreise unbedingt erst das Carnet stempeln zu lassen und anschließend den Pass, um Probleme zu vermeiden.Wir lasen von Reisenden, die bereits ihr Auto nicht mehr holen konnten, weil sie bereits ausgestempelt waren. Unser bisherigen Erfahrung nach, ist die Reihenfolge an den Grenzen aber genau umgekehrt und auch nicht anders möglich. Bisher hat aber trotzdem alles gut geklappt.

Einreisebestimmungen können sich immer wieder ändern. Aktuelle Informationen zu Einreise und Visum gibt es beim Auswärtigen Amt. Für unterwegs gibt es diesen Service auch als App „Sicher reisen“, sehr praktisch!

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