Kgalagadi Transfrontier Park: Infos und Tipps für Deine Safari

Kgalagadi Transfrontier Park: Infos und Tipps für Deine Safari

Der Kgalagadi Transfrontier Park liegt im Dreiländer-Eck Südafrika, Botswana und Namibia. Am südlichen Rand der Kalahariwüste. Rote Sanddünen prägen das Landschaftsbild. Im südafrikanischen Sommer erzeugen die grünen Kameldornbäume und Büsche einen fotogenen Kontrast. Im Winter leuchtet der Park rot gelb. Für Safari-Liebhaber und Fotografen ist der Park ein absoluter Traum – und Muss.

Nachdem unser erster Besuch durch ein Buschfeuer beendet wurde, wollten wir dem Park noch eine zweite Chance geben. Diesmal gab es keine Reifenpannen, kein Feuer, nur grenzenlose Begeisterung.

Die beste Reisezeit

Kurz vor der Regenzeit rund um Oktober ist die Landschaft vertrocknet gelb, dafür sammeln sich die Tiere an den Wasserlöchern. Die Touristen allerdings auch. Hochsaison ist etwa bis Mitte Januar. Sobald im November der erste Regen fällt, blüht es in der Wüste: Blumen, Kameldornbäume, jeder Busch trägt sattes Grün. Dafür klettern die Temperaturen zum Teil über die 40 Grad Marke. Kühler wird es erst ab April. Im Juni, dem südafrikanischen Winter, friert es nachts. Tagsüber hat es dann angenehme 20 Grad. Kurzum der Park ist zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis. Und ganzjährig frei von Malaria!

Parkgebühren im Kgalagadi

Einen aktuellen Überblick über alle Gebühren gibt es auf der Webseite der Sanparks. In der Nebensaison beläuft sich die Conservation Fee, der Parkeintritt, auf etwa 300 südafrikanische Rand pro Person pro Tag. Wer länger als 6 Tage einen der vielen Nationalparks in Südafrika besuchen möchte, für den lohnt sich eine Wild Card – die Jahreskarte für sämtliche Sanparks. Für zwei internationale Besucher kostet eine Wild Card 3500 Rand. Sie gilt 365 Tage ab Ausstellungsdatum in über 80 Nationalparks in Südafrika.

Auf Safari im Kgalagadi

Twee Rivieren ist das einzige Gate an dem man geführte Safaris buchen kann. Ansonsten ist der Park für Selbstfahrer angelegt. Die zwei schlafenden Löwen, die es sich hinter einem Busch gemütlich gemacht haben, selbst zu erspähen, ist doch die größte Freude. Die Wasserlöcher befinden sich entlang der Flüsse Auob im Westen und Nossob an der Grenze zu Botswana. Am Gate bekommt man eine ausführliche Karte mit allen Wegpunkten. Sogar Tipps für Fotografen sind aufgeführt. Entlang dieser beiden Routen reihen sich die künstlich angelegte Wasserlöcher. Die beiden Flüsse selbst führen nur alle Jubeljahrzehnte mal Wasser.

Einen Geländewagen braucht man auf der Strecke von Twee Rivieren über Nossob nach Mata Mata eigentlich nicht. Auf den rütteligen Schotterpisten kommt man auch mit einem PKW problemlos vorwärts. Wer mehr Busch-Feeling wünscht, kann sich ein Permit für verschiedene Allradstrecken an einem der drei großen Camps besorgen. Für die mehrtägigen Wildernesstrails nach Botswana muss man vorbuchen und braucht mindestens ein weiteres Auto für den vorgeschriebenen Convoy.

Die Tierwelt des Kgalagadi

Riesige Antilopherden durchstreifen die Flussbetten des Auob und Nossob auf der Suche nach saftigem Gras. Oryx, Gnus und Springböcke sind am häufigsten und leichtesten zu erspähen. Die scheuen Steenböcke verstecken sich im dichten Unterholz. Nicht lange nach Sonnenaufgang kann man mit etwas Glück eine Erdmännchen-Familie beim Sonnenbaden oder Frühstücken beobachten.

Ordentlich Beute also für die ansässigen Fleischfresser: Löwen, Geparden und Leoparden. Braune Hyänen und Tüpfelhyänen sind als Nachtaktive schwerer zu finden. Außerdem kann man Schakale, Löffelhunde und Kapfüchse entdecken. Das Wasserloch Cubitie Quap zum Beispiel ist berühmt dafür, dass sich Schabrackenschakel die Vögel vom Wasserloch wegschnappen. Rund um Nossob ist definitiv das Gebiet der größten Löwenrudel.

Die Giraffen wurden aus Etosha neu angesiedelt und fühlen sich am Auob kurz vor Mata Mata am wohlsten. Auch der Ornithologe kommt auf seine Kosten, hunderte von Vogel und Raubvogelarten leben im Kgalagadi. Nur Elefanten, Büffel und Nashörner wird man nicht finden.

Camps im Kgalagadi

Der südafrikanische Teil hat die deutlich bessere Infrastruktur und bietet drei große, umzäunte und schön angelegte Campingplätze. Twee Rivieren liegt am Südeingang des Parks und ist am größten, hat sogar ein Restaurant. Nossob befindet sich Richtung Norden, ziemlich tief im Park und bietet das beste »Buscherlebnis«. Noch – die Fundamente für die Luxus-Chalets sind schon im Bau. Mata Mata wiederum ist direkt an der Grenze zu Namibia. Alle drei Camps haben Stellplätze und Chalets, einen kleinen Einkaufsladen und Tankstellen. Wichtig: Ist es zu heiß, kann Benzin nur am kühlen Morgen getankt werden. Diesel gibt es den ganzen Tag.

Erfreulicherweise kann man sich überall in einem Pool abkühlen. Wasserlöcher zur Tierbeobachtung gibt es nur in Nossob und Mata Mata. In der Hauptsaison ist eine Reservierung unbedingt zu empfehlen. Jetzt, Ende Januar, darf man auch spontaner sein. Die Stellplätze kosten, je nach Jahreszeit zwischen 16 und 22 € pro Nacht. Alle Infos dazu findet ihr auf der Webseite von Sanparks.

Anders sieht das bei den Buschcamps und Wilderness Camps aus, die für ein Jahr ausgebucht sein sollen. In der Regel bestehen die Camps aus wenigen Chalets. Zäune gibt es nicht. Campen ist deshalb leider nicht erlaubt. Wir haben Bitter Pan kennen gelernt, das von Nossob über eine tiefsandige Piste nur mit Allrad zu erreichen ist.

Der botswanische Teil des Kgalagadi Transfrontier Parks bietet noch mehr Busch-Feeling. Die drei einfachen Campingplätze sind alle nicht umzäunt: Two Rivers im Süden, Rooiputs in der Mitte und Polentswa im Norden.

An- und Weiterreise

Zwischen dem südafrikanischem und botswanischen Teil des Parks, darf man sich ohne Grenzformalitäten frei bewegen. Vorausgesetzt, man verlässt den Park über das Gate des Landes, an dem man ihn betreten hat. Kommt man von Südafrika und reist weiter nach Botswana oder Namibia, muss man bereits vor der Weiterfahrt in Twee Rivieren die Ausreiseformalitäten erledigen.

Buchtipps für eine gelungene Safari

Field Guide to Mammals of Southern Africa: Dieses Nachschlagewerk darf in keinem Safari-Auto fehlen. Die verschiedenen Antilopen-Arten auch aus der Ferne auseinander zu halten ist oft gar nicht so einfach. Unterscheidungsmerkmale, Wohnraum, Sozialverhalten sind in Kürze beschrieben.

 

Tracks & Signs: Spurenlesen für den Hobby-Safari-Guide. Wer ist denn da lang getapst, der Löwe oder war es doch nur ein Schakal? Der abgeknabberte Baum verrät genau so, welches Tier hier lebt. Wer die Zeichen der Natur um sich herum besser deuten lernen will, ist mit diesem Buch gut beraten.

 

Birds of Southern Africa: Auch wir konnten uns der Faszination des Birding nicht lange entziehen. Nach etlichen Safari, selbst gefahren und geführt, sind wir Bird Nerds. Vögel zu identifizieren, ist um einiges anspruchsvoller, als Säugetiere zu bestimmen: Schnabelform, Gefiederfarbe.

 

Safari Companion von Richard Estes: Noch viel spannender als die Tiere zu bestimmen, ist es, ihr Verhalten zu beobachten und zu verstehen. Warum schürzt der Springbock die Lippen? Warum guckt das Gnu? Wo verstecken sich Leoparden? Sind Löwinnen gute Mütter? In unterhaltsamen und interessanten Erzählstil bringt Richard Estes einem das Verhalten afrikanischer Säugetiere näher.

Cry of the Kalahari: Für mich das schönste Wildlife-Buch überhaupt. Es erzählt die Geschichte zweier amerikanischer Biologen, ihrem Forschungsprojekt in der Zentralkalahari und wie sie das komplexe Sozialverhalten brauner Hyänen entdeckt haben.

 

2 Comments

  1. Looks like you had a lot of fun here. It’s my favourite park in Africa but I am biased as I worked here for a year.

    Noel

    • The best times! We were really grateful for the amazing things we saw. But now I am jealous, you worked in Kgalagadi? Are you back in the UK already? Unfortunately we had very bad reception in Namibia and I couldn’t stay in touch. Cheers, Stef

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