Kwazulu-Natal – Vom indischen Ozean zu den Drakenbergen

Kwazulu-Natal – Vom indischen Ozean zu den Drakenbergen

Kwazulu-Natal ist eine Provinz an der Ostküste Südafrikas, die uns mit ihrem Abwechslungsreichtum aus Baden an der Elephant Coast, Safari im Hluhluwe-iMfolozi, Großstadtleben in Durban und Wandern in den Drakensbergen begeistert hat. 

Die Provinz entstand 1994 aus der Zusammenlegung des ehemaligen Homelands Kwazulu, was übersetzt Land der Zulu bedeutet, und der Gemeinde Natal. Wir sind von Norden aus Nelspruit gekommen und wenn man nicht in einem Stück zur Küste fahren will, können wir als Übernachtungsstop das Gooderson Natal Spa in der Nähe von Paulpietersburg empfehlen. Klingt erstmal fürchterlich aber der kleine Campingplatz liegt idyllisch an einem Damm. Und wenn man nicht in der Hauptsaison unterwegs ist, hat man die heißen Quellen praktisch für sich allein.

Apropos auf unserer Reise durch Kwazulu-Natal im April, dem südafrikanischen Herbst, sind wir wiederholt in Schulferien und lange Wochenenden hineingeraten. Dann sind üblicherweise alle Campingplätze in den beliebten Urlaubszielen an der Küste und in den Bergen restlos ausgebucht. Kommt man nur einen Tag später, ist man oft ganz alleine. Entgegen unserer üblichen Art zu Reisen, mussten wir also notgedrungen vorbuchen. Für die meisten Parks und Camps ist KZN Wildlife zuständig.

iSimangaliso Wetlands

Dieser Nationalpark ist Teil der Elephant Coast. Er grenzt im Norden an Mosambik, im Süden liegt die Kleinstadt St. Lucia, in der man prima Vorräte auffüllen kann. Zu südafrikanischen Ferienzeiten muss hier die Hölle los sein, aber außerhalb der Saison tummeln sich nur wenige Besucher an den weitläufigen Stränden. Im Landesinneren des Parks liegt außerdem der größte Süßwassersee Südafrikas St. Lucia. Leider ist auch hier, wie so häufig in Afrika, Baden nur zwischen Krokodile und Nilpferde möglich.

Der Park ist ein Unesco Weltkulturerbe und soll ein Paradies für Schnorchler und Taucher sein. Da man aber auch überall angeln darf, schwimmt man leider durch viele abgehackte Fischköpfe, was für uns das Vergnügen etwas eingeschränkt hat.

Als Campingplätze empfehlen wir im Norden das kleine Mabibi Camp, das über eine tiefe aber gut zu befahrende Sandpiste zu erreichen ist. Die wenigen Stellplätze liegen weit auseinander, so dass man viel Privatsphäre hat. Verzichten muss man dafür auf Strom. Im Süden lohnt sich Cape Vidal. Der weitläufige und hübsch in die Natur eingebettete Campingplatz liegt mitten im Nationalpark. Einziger Nachteil sind die wenig scheuen Affen, die einem sogar die Avocado direkt vom Brot stehlen, so dass wir regelmäßig im Auto essen mussten. Von beiden Campingplätzen aus kommt man zu Fuss zum Strand.

Viel gerühmt wird Sodwana Bay und auch der Campingplatz direkt in St. Lucia, beides Anlagen mit hunderten von Stellplätzen. Zur Saison sind wohl alle Plätze belegt, aber ganz alleine auf so riesigen Anlagen ist es doch irgendwie unheimlich. Außerdem muss man, um zum Strand zu gelangen, jedes Mal das Hubdach zuklappen und mit dem Auto fahren.

Hluhluwe-iMfolozi

Dieser kleine Nationalpark liegt parallel zu den Wetlands im Landesinneren und ist berühmt für seine Breitmaulnashörner. Wir haben tatsächlich 18 Stück in zwei Tagen gesehen. Auch landschaftlich ist er ein Traum aber leider eher etwas für Exclusiv Reisende. Campen ist im gesamten Park nicht möglich und die günstigste Variante ist ein Rondavel mit Bett und Kühlschrank. Toiletten, Dusche und Küche teilt man sich mit den anderen Gästen und zahlt trotzdem fast 75€. Dafür ist der Park aber immerhin umsonst für Wildcardbesitzer (Die WildCard kostet für zwei Personen umgerechnet 240 € und man kann damit fast alle SAN Parks kostenlos besuchen. In Kwazulu-Natal gehören leider die meisten Parks zu KZN Wildlife, aber schon nach fünf Tagen im Krüger Nationalpark hat man den Preis für die Karte wieder drin).

Durban

Hier haben wir uns gut zwei Wochen über die Osterferien versteckt und ein bisschen Großstadtleben genossen. Das Stadtgebiet Durban hat 600 000 Einwohner, zählt man die ganzen Vororte dazu kommt man sogar auf 3,4 Millionen. Entsprechend quirlig fühlt sich die Stadt an und der Verkehr ist für südafrikanische Verhältnisse außergewöhnlich chaotisch. Das Klima ist durch die Lage am indischen Ozean subtropisch, jetzt im Herbst sind die Temperaturen angenehm mit 25 Grad.

Da wir keinen geeigneten Campingplatz in der Stadt selber gefunden haben, haben wir uns eine kleine Wohnung über Airbnb gegönnt. Genauer gesagt zwei, da wir nach der Hälfte der Zeit umziehen mussten. Nein, wir sind natürlich nicht rausgeflogen, aber bis wir uns entschlossen hatten, noch eine weitere Woche in Durban zu verweilen, war unser erstes Appartement leider bereits weiter vermietet. Dadurch haben wir die noblen Wohngebiete Essenwood und Morningside, die dicht beinander liegen, kennengelernt. Hier gibt es viele kleine Cafes und Restaurants, die großartiges Essen anbieten. In Essenwood haben wir die Tage zugebracht, uns im Chateu Gateux kleine Törtchen auszusuchen und diese gemütlich im botanischen Garten im Schatten der uralten Bäume zu genießen. Der Eintritt ist hier übrigens frei. Unbedingt zu empfehlen ist auch ein Besuch im Lokal the Market. Hier sitzt man wunderhübsch in einem kleinen Innenhof mit Springbrunnen und das Essen ist außergewöhnlich, dabei trotzdem bezahlbar.

In Morningside wiederum ist es mir gelungen, eine Patisserie zu finden, die Brezln im Angebot haben. Zwar kein Vergleich mit denen in München aber mit Abstand die Besten die wir jemals fern der Heimat bekommen haben. Außerdem haben wir uns hier eingehend mit indischem Essen beschäftigt. Dafür ist Durban berühmt, da ein Großteil der Einwohner indische Vorfahren haben. Überhaupt ist das ganze  Stadtbild deutlich indisch geprägt und überall riecht es nach Curry. Eine Spezialität und angeblich nur in Durban zu bekommen ist Bunny Chow. Dazu wird das Curry einfach in ausgehöhlte Semmel gefüllt. Wir vermuten, dass man das einfach mit den Fingern ist, haben aber netterweise Besteck bekommen. Außergewöhnlich gut hat es uns auch im Malis geschmeckt.

Ansonsten waren wir faul und haben mehr gelebt als Sightseeing betrieben. Dabei haben wir Woolworth für uns entdeckt. In Deutschland eher als Ramschladen bekannt, kann man hier zu fairen Preisen wundervolle Feinkost kaufen. Wo es also sonst in Südafrika überwiegend riesige Fleischlappen mit Fritten gibt, sind wir hier – falls es dem geneigten Leser nicht aufgefallen sein sollte, kulinarisch voll auf unsere Kosten gekommen.

Drakensberge

Von Durban aus ist man in gut zwei Stunden im Süden der Drakensberge. Und nach dem subtropischen Klima der Küstenstadt taucht man plötzlich in eine ganz andere Welt ein. Im April ist hier der Herbst schon weit fortgeschritten und die Bäume haben eine Farbe wie im Indian Summer. Mitten in Afrika kann man mit einem Mal durch Herbstlaub rascheln. Den Palmen in Durban hat man die Jahreszeit nämlich nicht angesehen. Es ist deutlich kühler und nachts hat es nur noch 8 Grad. Im Winter kann es hier sogar schneien. Erfreulicherweise hatten wir zwei wundervolle Stellplätze mit Strom und konnten uns vor unserem kleinen Heizwürfelchen wieder aufwärmen. 

Als Campingplatz im Süden unbedingt zu empfehlen ist Glengarry Camp. Es gibt vier Stellplätze idyllisch an einem kleinen See gelegen und in einer knappen Stunde ist man am Eingang zum Drakensberg Nationalpark und kann rund um das Giant’s Castle wandern. Zum Campingplatz selbst fährt man von Durban kommend über den beschaulichen Ort Nottingham Road. Neben den klassischen Vorräten sollte man hier unbedingt noch Süßes im Chocolate Heaven mitnehmen und sich im Tea Garden mit einer Pecan Pie Waffel stärken. 

Im Zentralen Teil der Drakensberge gibt es den Campingplatz Monk’s Cowl, wunderschön direkt in den Bergen gelegen und mit zahlreichen Wandermöglichkeiten aller Schwierigkeitsgrade direkt vor der Haustür beginnend. Die Drakensberge gehören für mich persönlich zu einer der schönsten Regionen Südafrikas. Hätten uns die Ferienzeiten nicht wiederholt einen Strich durch die Rechnung gemacht, hätten wir sicherlich auch noch den Norden besucht. 

 

Für den nächsten Besuch

Unbedingt länger in den Drakensbergen bleiben und die Battlefields besuchen. In dieser Region rund um Dundee haben jahrelang Kämpfe zwischen Kolonialisten und Zulus stattgefunden. Eigentlich also ein historisches Muss, dass uns irgendwie durch die Lappen gegangen ist.

Alle Reiseberichte von unserem Afrika Roadtrip findet ihr hier.

2 Comments

  1. Wunderschöne Bilder wieder aus meinem Lieblingsland! In die Drakensberge muss ich auch mal länger. Ja die Südafrikaner fahren in den Ferien und über Feiertage gerne weg. Die Weltmeister im Camping würde ich fast sagen :-) Liebe Grüße Sonja

    • Stefanie

      Dankeschön Sonja. Tja, wer hätte gedacht, dass wir uns in einer Stadt verstecken müssen. Wir hatten sogar überlegt, ob wir nochmal zurück fahren, für noch mehr Drakensberge :-) Aber Botswana rief. Liebe Grüße, Steffi

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