Reisepass und Visum für Afrika-Reisen

Reisepass und Visum für Afrika-Reisen

Reisepass, Visum, beglaubigte Dokumente… wer auf eine lange Reise geht, sollte sich frühzeitig mit den nötigen Einreiseformalitäten beschäftigen. Welche Papiere Ihr für Reisen ins südliche und östliche Afrika braucht, fassen wir hier zusammen.

Die afrikanische Union hat kürzlich bekannt gegeben, Reisen innerhalb des Kontinents für Staatsangehörige vereinfachen zu wollen. Ab 2018 soll es einen einheitlichen afrikanischen Reisepass geben. Das lässt vermuten, dass in der Zukunft vielleicht auch die Einreise- und Visa-Formalitäten für Urlauber einfacher werden. Bis es allerdings soweit ist, dürfen Touristen weiterhin die hübschen bunten Stempel sammeln.

Informiert Euch unbedingt rechtzeitig über die Einreisebestimmungen des jeweiligen Landes. Eine sehr nützliche App, um unterwegs stets auf dem aktuellen Stand der Einreiseformalitäten aller Länder zu sein, ist „Sicher reisen“ vom Auswärtigen Amt. Meistens gilt: ein Reisepass sollte bei Abreise noch länger als 6 Monate gültig sein und genügend freie Seiten für Stempel und Visa haben.

  Einen sehr guten Überblick gibt es auf den Webseiten der Overlanding Association. Aktuelle Informationen über Carnet, Versicherungen, Visa und Zoll finden sich übersichtlich auf einer Weltkarte dargestellt. In den dazugehörigen Facebook-Gruppen Overlandsphere und Overlanding Africa kann man sich von erfahrenen Overlandern weitere Tipps geben lassen.

Zwei Bücher zum Thema, die wir sehr empfehlen können sind das Overlanders‘ Handbook von Chris Scott und der Bradt Guide Africa Overland. Sie richten sich zwar eher an ein britisches Zielpublikum, die Informationen zu Reisedokumenten und Papieren sind aber dennoch hilfreich.

Zweiter Reisepass oder Reisepass mit 48 Seiten

Eine Empfehlung, der wir folgen wollten ist, einen zweiten Reisepass zu beantragen. Bei Africa Expedition gibt es dazu ebenfalls einen sehr ausführlichen Artikel. Bei den vielen Grenzübergängen, die vor uns liegen, dem Leben im Auto, ohne Hotelsafe erschien uns das sinnvoll und begründet.

Allerdings nicht für dem Münchner Kreisverwaltungsreferat. Einen zweiten Reisepass gibt es nur, aus wirklich dringlichen Gründen. Also etwa, wenn sich mehrere Visa-Anträge überschneiden. Man in Krisengebiete reist. Oder aber einen Stempel im Pass hat, der die Einreise in einem anderen Land erschwert, etwa Israel oder Iran.

Uns ist es leider nicht gelungen, den Beamten davon zu überzeugen, dass wir triftige Gründe für diesen Antrag haben. Alternativ empfiehlt der zuständige Beamte, einen Reisepass mit 48 Seiten, der ebenfalls 10 Jahre gültig ist. Gehen an der x-ten afrikanischen Grenze dann doch die Seiten aus, kann man im nächsten Generalkonsulat einen neuen Reisepass beantragen. Die Kollegen holen sich eine Ermächtigung beim zuständigen Verwaltungsreferat und der Pass wird ausgefertigt und verschickt.

Die Kosten belaufen sich mit Auslandsaufschlag auf 115 €. Ein Express-Antrag kostet zwischen 150 und 200 €.

Noch ein Tipp: eine beglaubigte Kopie des Reisepasses anfertigen lassen. Bei Verlust oder Diebstahl soll es damit in der nächsten Botschaft etwas schneller gehen.

Einreise in Südafrika

Als Deutscher braucht man für Südafrika ein Visum, das man direkt bei Einreise am Flughafen für die in vielen Ländern übliche Aufenthaltsdauer von 90 Tagen bekommt. Einzige Bedingung: der Zollbeamte möchte das Rückflugticket sehen. Da wir mit unserem Auto ausreisen und keinen Rückflug gebucht haben, fragten wir sicherheitshalber beim südafrikanischen Generalkonsulat, ob wir für diesen Fall ein spezielles Visum beantragen müssen. Und die gute Nachricht: nein, wir brauchen kein Visum vorab. Wir sollten nur unsere Auto- und Hafenpapiere auf Englisch übersetzen lassen, damit wir bei Einreise unser Vorhaben nachweisen können.

Welche Visa brauche ich im südlichen und östlichen Afrika?

Das einzige Land im südlichen und östlichen Afrika für das man vorab ein Visum beantragen muss, ist Mosambik. Damit darf man 30 Tage bleiben. Eine Verlängerung in Mosambik ist möglich. Für den Antrag wendet man sich idealerweise an die Vertretungen in Deutschland. Das macht für uns allerdings wenig Sinn, denn die Einreise muss offenbar innerhalb der nächsten 90 Tage erfolgen. Unsere Reiseroute ist aber noch nicht so konkret, weshalb wir für uns beschlossen haben, das Visum in Durban zu beantragen. Eine Liste aller ausländischen Vertretungen Mosambiks gibt es auf Wikipedia.

Bei allen anderen Ländern bekommt man das Visum bei Einreise: Namibia, Botswana, Lesotho, Swasiland, Sambia, Malawi, Tansania, Kenia, Uganda und Ruanda. Eventuell kostet es etwas mehr und es kann manchmal zu Wartezeiten kommen. Wir haben bisher nur immer positive Erfahrungen gemacht.

Für Kenia, Uganda, Ruanda bekommt man an einer der drei Grenzen gleich ein Visum für alle drei Länder ausgestellt. Für Simbabwe empfiehlt das Auswärtige Amt, sich schon vor Einreise ein Visum ausstellen zu lassen. Pflicht wäre es aber nur, wenn man vorhat mehrmals innerhalb eines Jahres einzureisen.

Ward Ihr letztens im südlichen oder östlichen Afrika unterwegs und habt Tipps und Erfahrungen, die Ihr teilen wollt? Dann freuen wir uns auf Deinen Kommentar.

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3 Comments

  1. Das sind sehr hilfreiche Informationen für meinen Trip nach Afrika. Vielen Dank dafür.

  2. Ohje, mir war nicht bewusst dass der Reisepass im Ausland das doppelte kostet :( Und mir werden in Afrika sicherlich die Seiten ausgehen *seuftz* verdammt.

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