Auf Safari in Botswana

Auf Safari in Botswana

Aktualisiert am 14. Juni 2017 um 04:09

Safaris in Botswana – das ist vor allem Wildnis pur: Die Campingplätze in den zahlreichen Nationalparks sind nicht umzäunt. Von der Kalahariwüste über die großen Makgadikgadi Salzpfannen bis hin zum Okavangodelta erlebt man Tierbegegnungen der ganz besonderen Art.

Wie man Safari-Camps in Botswana bucht

Für Selbstfahrer gestaltet sich die Planung der eigenen Safaris in den verschiedenen Parks etwas komplizierter als in den Nachbarländern. Viele Campingplätze in den Parks sind über Monate hinweg ausgebucht. Einen Teil der Plätze kann man über das DWNP (Departement of Wildlife and Nationalparks) reservieren. Der andere Teil wurde 2009 privatisiert und unter zahlreichen verschiedenen Anbietern aufgeteilt, was das Ganze zusätzlich erschwert. Unverschämt sind die Preisunterschiede. So haben wir lächerliche 5 Euro für einem DWNP Stellplatz im Kgalagadi Park bezahlt und stolze 100 Euro für eine Nacht im Moremipark über einen privaten Anbieter.

Wir haben versucht, unsere Reise durch Botswana noch von Durban aus zu planen, sind aber verzweifelt. Dutzende von E-Mails haben wir verschickt. War in einem Park doch noch etwas frei, dann aber nicht an den von uns gewünschten Tagen, so dass wir auch die Anfragen an andere Parks um einige Tage verschieben mussten. Ist es uns tatsächlich gelungen, einen Platz zu ergattern, ist die Bezahlung die nächste Hürde. Einige Anbieter bestehen auf eine Überweisung und akzeptieren keine Kreditkarten. Und ohne Bezahlung wird die Reservierung nicht gehalten.

Also haben wir irgendwann aufgegeben und das einzig richtige getan. Wir haben das DWNP Büro in Gaborone persönlich aufgesucht auch wenn es erstaunlich schwer zu finden war. Wir hatten verschiedene Adresse dazu, aber Stand Mai 2017 befindet sich das Büro in den Fairgrounds (siehe Pin auf unserer Karte). Hier kann man die Parks im südlichen Teil Botswanas buchen. Die nötigen Permits gibt es gleich dazu. Für die im Norden ist das Büro in Maun zuständig. Hier haben wir uns von Botswana Footprints helfen lassen, die auch private Anbieter buchen können. Das hat zwar 50 Euro Gebühr gekostet, aber dafür hat Kuthsi, unsere Beraterin, in vielen Camps Restplätze für uns gefunden. Das war also wirklich jeden Cent wert. Finden wir. Wer sich selbst versuchen möchte und genug Vorlaufzeit mitbringt, findet im Getaway Magazin alle Kontaktdaten der Safari-Camps und hilfreiche Buchungstipps.

Unsere Reiseroute durch Botswana

Unsere Reise beginnt in der betriebsamen Hauptstadt Gaborone. Hier wohnen gut 200.000 der insgesamt etwas über zwei Millionen Einwohner Botswanas. Wir campieren 15 km außerhalb im Mokolodipark, um uns langsam an den »afrikanischen Busch« heranzutasten. Auf unserer Reise bisher waren die Camps in den Nationalparks stets umzäunt. Doch das soll sich nun ändern. In Mokolodi steht man bereits mitten im Park, in dem es aber »nur« Antilopen und vereinzelt Leoparden gibt, keine Löwen oder Elefanten. Die Stellplätze sind idyllisch haben aber nur eine Donkeydusche. Das heißt, man muß ordentlich Feuer unterm Kessel machen, um Warmwasser zu erhalten. Wir waren da stets zu zögerlich, so dass die Dusche kalt blieb. Dafür gibt es aber ein Restaurant mit wirklich ausgezeichneter Küche. Die Pizza schmeckt auch beim Italiener zuhause nicht besser.

Kgalagadi Transfrontierpark: Mabuasehube Area

Die Anfahrt zum Kgalagadi Transfrontierpark ist von Gaborone aus mit fast 500 km und davon 123 km Sandpiste weit, so dass wir uns einen Zwischenstop in Jwaneng gönnen. Eine Alternative dazu gibt es auf der gesamten Strecke nicht. Jwaneng selbst ist eine Diamantenstadt, die wenig zu bieten hat. Um so erstaunter waren wir über unsere Entdeckung Meyer’s Guesthouse. Die Zimmer sind nigelnagelneu und mit viel Liebe zum Detail eingerichtet, dabei aber trotzdem bezahlbar und das Essen im Restaurant ist sagenhaft.

So gestärkt waren wir nun also bereit für unsere erste Buschcampingerfahrung mit Raubkatzen aber noch ohne Elefanten. Seit einigen unangenehmen Begegnungen mit schlecht gelaunten Elefanten im Krüger Nationalpark in Südafrika, haben wir beide großen Respekt vor den Dickhäutern. Wir haben drei Nächte im östlichen Teil des Kgalagadi Transfrontierpark, Mabuasehube genannt, verbracht. In dieser Region gibt es viele verschiedene Salzpfannen, die über Sandpisten miteinander verbunden sind. Leider sind das oft 20 bis 30 km für die man auf den Wellblechpisten gerne eine Stunde braucht. Wellblech, das ist eine Spezialität in Afrika. Die Sandpisten sind durch die vielen Autos und die Witterung zu vielen kleinen Wellen aufgetürmt. Wellblech eben. Zum Fahren ist das unangenehm, weil es einen wahnsinnig durchschüttelt und der Lärm im Auto gigantisch ist. Manchmal hilft es, ein bisschen mehr Gas zu geben und mit 60 km/h über die Wellen zu fliegen. Anstrengend bleibt es trotzdem.

Das macht die Wege weit und wir hatten uns den Park tierreicher vorgestellt, nachdem wir im Januar eine herrliche Zeit im südafrikanischen Teil des Parks verbracht haben. Wir haben zwei Nächte am „Entrance Gate“ geschlafen, was wenig spektakulär aber dafür sagenhaft günstig war. Für die dritte Nacht haben wir einen Platz an der Mpaya-Pfanne ergattert ohne Toilette und Dusche aber trotzdem satte 70 Euro bezahlt. Dafür konnten wir zum Frühstück eine der seltenen braunen Hyänen in der Pfanne beobachten. Wenn auch in weiter Ferne.

Auf dem Weg von Gaborone in die Zentralkalahari, unserem nächsten Nationalpark, lohnen sich einige Tage Zwischenstop im Khama Rhino Sanctuary. Die Stellplätze sind wunderbar in den Busch eingebettet und von den Nachbarn bekommt man wenig mit. Außerdem kann man in aller Ruhe die vom Aussterben bedrohten Breit- und Spitzmaulnashörner auf dem weitläufigen Gelände beobachtet. Eines hat sogar Steffis Mittagessen in der Bar gestohlen und die salzigen Fritten mit einem großen Schluck Wasser aus dem Pool runtergespült.

Central Kalahari Game Reserve

Ähnlich wie in Mabuhasehube sind auch hier Pfannen über Sandpisten miteinander verbunden. Jetzt nach der Regenzeit stand das Gras hoch, was die Tierbeobachtung deutlich erschwert. Und, ehrlich gesagt, hatte ich überhaupt nicht mit Gras gerechnet, sondern mir die Wüste sandig vorgestellt.

Etwa 40 km nach dem Eingang erreichen wir das legendäre Deception Valley. Hier haben Delia und Mark Owens in den 70ern gelebt und Hyänen und Löwen erforscht. Wer mehr darüber wissen möchte, sollte ihr Buch »Cry of the Kalahari« lesen.

Wir haben vier Nächte in dieser Region verbracht, da der Rest des riesigen Parks leider ausgebucht war. Auch hier kann man oft »nur« 20km/h auf den Pisten fahren, die noch von der Regenzeit in schlechtem Zustand sind, so dass wir von unserem ursprünglichen Plan eines Ausflugs zur 100 km entfernten Piper Pfanne verworfen und überwiegend in Deception geblieben sind. Auch hier haben wir, wie in Mabuhasehube, keine Raubkatzen zu Gesicht bekommen aber uns weiter an den Busch gewöhnt. Am letzen Abend haben wir es sogar zu einem kleinen Feuer gebracht.

Okavangodelta

Von Maun aus haben wir unsere Besuche im Okavangodelta geplant: Übernachtungen im Moremipark selbst, sind mit 100 Euro unverhältnismäßig teuer, so dass wir uns auf eine Nacht im Camp Third Bridge beschränkt haben. Das Camp selbst ist toll, aber leider hat in der Nacht eine Horde jugendlicher Deutsch-Namibianer bis Mitternacht gefeiert, was das Buscherlebnis deutlich beeinträchtigt hat.

Günstiger und nicht weniger beeindruckend steht es sich außerhalb des Parks, da die Tiere sich ohnehin nicht an die Grenzen halten und kein Zaun sie einschränkt. Im Süden standen wir im wunderbaren Kaziikini Community Camp und hatten zum ersten Mal in der Nacht Elefantenbesuch. Das war, muss ich zugeben, ungefähr gleichermaßen beängstigend und beglückend. Wir hatten ziemlich weiche Knie als er nur einen Meter neben unserem Auto vorbeigelaufen ist.

Nördlich des Parks kann man in der Gegend des Khwai Development Trust campen, sicherlich eines unserer Highlights. Die Campingplätze sind locker über ein riesiges Areal verteilt, Sanitäranlagen gibt es nicht, dafür aber viel Tierbesuche. Zahlreiche Elefanten schlendern über das Gelände, so dass wir uns nach zwei Nächten nun ganz und gar an ihre Anwesenheit gewöhnt haben. Abends am Lagerfeuer haben wir in der Ferne eine Hyäne entdeckt und der Löwe war immerhin im Hintergrund zu hören.

Die »Standardroute« führt über Savuti in den Chobe Nationalpark, wofür wir aber leider keinen Campingplatz mehr bekommen haben. Wir haben es aber, ehrlich gesagt, auch nur halbherzig versucht. Erstens kostet das Camp in Savuti wieder 100€ und zweitens konnte man aufgrund der intensiven Regenfälle nur die Sandpiste dorthin befahren und nicht die interessantere Sumpfroute. Und drittens wollten wir noch Zeit in den großen Magkagikgadi Salzpfannen verbringen, was sonst nicht mehr auf der Route gelegen hätte. Als Gimmick obendrauf stand war die Straße zwischen Gweta und Nata an den Pfannen entlang noch überspült und hat uns so eine beeindruckende Wasserdurchfahrt beschert.

Unsere Safari-Tipps für Botswana

Besonders in Mabuasehube und im Central Kalahari Game Reserve ist unsere Empfehlung: frühzeitig einen Platz an einer der Pfannen wie Mpaya oder Sunday ergattern und dann mehrere Tage genießen, statt wie wild durch die weitläufigen Parks zu fahren.

Für Moremi und Chobe empfehlen wir besonders die schönen Plätze des Khwai Development Trust und wen es nach Räubern dürstet, Savuti. Hier lohnt es sich zu verweilen und den Busch intensiv zu erleben, anstatt zu viele Kilometer im Park abzufahren.

Makgadikgadi und Nxai Pan

Der Makgadikgadipark selbst haben wir für Tierbeobachtungen wenig spektakulär erlebt. Dafür führt die Pirschfahrt landschaftlich hübsch am Botetifluss entlang. Den kann man auch ausgiebig vom Sonnendeck im Tiaans Camp beobachten, das am Eingang zum Makgadikgadipark und mit seinen schönen Stellplätzen und guten Sanitäranlagen unbedingt zu empfehlen ist.

Immer wieder beeindruckend sind die riesigen Salzpfannen, in denen man sich winzig klein fühlt. Wir haben die Sowepfanne noch von Gabarone aus besucht und eine Nacht auf Kubu Island in den Pfannen campiert. Ehrlich gesagt hatte ich mir diesen legendären Campingplatz etwas einsamer und idyllischer vorgestellt. Dafür ist die Anfahrt grandios und ein Spaziergang um die Insel herum bietet phantastische Ausblicke in die Weite.

Im Norden an der Nxai Pan lassen sich riesige Baobabbäume bewundern. Oder man übernachtet einfach im Planet Baobab Camp. Hier ist der Name Programm. Von hieraus haben wir einen Ausflug in die Ntwetwepfanne gemacht und sind auf Tuchfühlung mit meinen Lieblingen, den Erdmännchen, gegangen. Für mich ein wirklich einzigartiges Erlebnis.

Chobe Nationalpark

Im Norden, direkt an der Grenze zu Sambia, haben wir unsere Reise mit einem Besuch im Chobe Nationalpark beendet. Als Campingplatz empfehlen wir Senyati. Hier gibt es ein eigenes Wasserloch, das vor allem von Elefanten und einer riesigen Büffelherde besucht wird. Im Hintergrund laufen Giraffen. Vereinzelt sieht man Schakale. Nachts heulten Hyänen. Über einen Unterstand am Wasserloch kann man den Tieren sogar direkt in die Augen gucken. Und dabei einen »elefantastischen« Milchkaffee genießen.

Unser Fazit

Auch wenn die Nationalparks in Botswana schwer zu buchen sind, sind sie unbedingt eine Reise wert, selbst wenn die Bedingungen zur Tierbobachtung so kurz nach der Regenzeit nicht optimal waren und wir keinen einzigen Löwen erspähen konnten. Steffi mag Löwen aber ohnehin nicht besonders.

Außerdem sind die Menschen in Botswana wahnsinnig freundlich und hilfsbereit. Und viel selbstbewusster als die Menschen in Namibia oder Südafrika. Man merkt deutlich, dass Botswana nie wirklich Kolonie sondern lediglich englisches Protektorat war und bereits seit 1966 unabhängig ist. Auch die Präsidenten aus der Familie Khama haben das Land klug geführt und in die Demokratie gebracht.

Alle Reiseberichte von unserem Afrika Roadtrip findet ihr hier.

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