Sambia – Land der Wasserfälle

Sambia – Land der Wasserfälle

Aktualisiert am 7. August 2017 um 01:59

Unsere Reiseroute durch Sambia führt uns vorbei an einsamen Nationalparks, gigantischen Wasserfällen und tollen Wandergebieten. Wir sind begeistert von der Vielfalt des Landes und der Gastfreundschaft seiner Menschen.

Auf unserer ersten Reise durch Sambia haben wir gelernt: für dieses Land braucht man Zeit. Und einen Geländewagen. Wir freuen uns also, dass wir für unsere nächste Etappe auf unserem Afrika-Roadtrip beides haben. Schon in den ersten Tagen merken wir: Seit unserem letzten Besuch vor 5 Jahren hat sich in Sambia unglaublich verändert. Lose Sammlungen von Rundhütten sind zu ansehnlichen kleinen Dörfern gewachsen. Statt löchrigen Pisten geht es nun größtenteils auf geteerten und gepflegten Straßen vorwärts, wenn man von der Straße von Katima Mulilo nach Livingstone absieht. Die Chinesen betreiben hier eine Kolonialisierung der etwas anderen Art: um sich vorkommenden Rohstoffe einzuverleiben, teeren sie sich wild durch halb Afrika.

Victoria Fälle

Es ist unser dritter Besuch an diesem phantastischen Naturereignis, das sich Sambia und Simbabwe teilen, und es war mit Abstand der Eindrucksvollste. Nach der Regenzeit führt der Sambesi viel Wasser, das auf einer Breite von fast zwei Kilometern hundert Meter in die Tiefe donnert. Was auch den ursprünglichen Namen der Fälle erklärt: Mosi-oa-tunya – Rauch, der donnert. Die Gischt schäumt hunderte Meter hoch und ist im afrikanischen Winter kilometerweit zu sehen.

Für uns ist es im Mai oder Juni, kurz nach der Regenzeit, die schönste Zeit, um die Wasserfälle auf sambischer Seite zu besuchen. Während der Trockenzeit sind sie längst nicht so beeindruckend, dafür kann man im Devils Pool baden. Wer im europäischen Herbst in der Gegend ist, dem empfehlen wir einen Ausflug in den simbabwesischen Teil. Hier ist es auch bei niedrigem Wasserstand beeindruckend. Und man wird nicht so nass.

Zu Besuch auf einer Zuckerrohrfarm

Mazabuka ist wahrscheinlich ein Ort, den viele nur auf der Durchreise passieren oder zu einem Tankstopp nutzen. Auf unserem Weg zu unserem Abenteuer in Simbabwe hatten wir Julie kennengelernt, die uns mit ihrer Herzlichkeit und Gastfreundschaft so überschüttete, dass wir uns sehr gefreut haben, sie auf unserer Reise nochmal besuchen zu dürfen.

Dabei kamen wir in den Genuss, live mitzuerleben wie Zuckerrohr geerntet wird. Super spannend. Und nichts für den deutschen Umwelt- und Arbeiterschutz, muss man doch vor der Ernte zunächst die riesigen Felder abbrennen. Und wir haben gelernt, wir man frisches Zuckerrohr richtig isst. Man bricht sich ein handliches Stück ab, zieht mit den Zähnen die Schale ab, beißt sich ein mundgerechtes Stück ab und lutscht dann das klebrige Süß aus den frischen Fasern.

Kafue Nationalpark

Dem größten Nationalpark Sambias statten wir nur einen ganz kurzen Besuch ab. Nach 5 Wochen Safari in Botswana hat sich in uns eine gewisse Nationalparkmüdigkeit breit gemacht. Der Eintritt pro Tag inklusive Fahrzeug kostet satte 65 US-Dollar. Lange, schlechte Pisten, hohes Gras und Schwärme von Tsetse-Fliegen machen uns schon nach zwei Stunden mürbe. Wir drehen ab und entscheiden: wir brauchen Bewegung.

Dennoch möchten wir der Mayakuyuku Campsite unsere Empfehlung aussprechen. Wunderschön am Kafue gelegen, mit Elefantenbesuch und Hippogegrunze. Ein schön gelegenes Buschcamp, aber nicht ganz günstig. Camping kostet 25 US-Dollar pro Person und die Gebühr für den Nationalpark wird zusätzlich fällig.

In den Norden Sambias

In Sambia gibt es zwei Hauptverkehrsadern, an denen man eigentlich nicht vorbei kommt: Die Great East Road führt von Lusaka nach Chipata und zum South Luangwa. Und nach Norden entsprechend die Great North Road, die von Simbabwe kommend von Chirunda über Lusaka nach Tansania führt. Die Straße Richtung Osten sind wir 2012 gefahren. Feinster chinesischer Asphalt ohne Löcher, aber unendlich langweilig.

Zu den Wasserfällen und Naturreservaten im Norden Sambias gelangt man über die Great North Road. Die Etappen sind lang und der LKW-Transitverkehr ermüdet. Hat man es einmal an Lusaka vorbei geschafft, bieten sich etliche schöne Plätze auf der Strecke zum Verweilen an.

Der Campingplatz auf der weitläufigen Fringilla Farm, 50 Kilometer nördlich von Lusaka, eignet sich hervorragend als Stop, wenn man nicht in der Hauptstadt selbst übernachten will. Die Küche ist hervorragend und es wird ausschließlich mit Produkten von der Farm gekocht.

Im Forest Inn, kurz vor Mkushi, steht man wunderbar schattig unter riesigen Bäumen. Auf Nachfrage kann man einen Schubkarren Brennholz für ein paar Kwacha Trinkgeld erwerben.

Gute Einkaufsmöglichkeiten gibt es im niedlichen Kapiri Mposhi, das viel sympathischer wirkt als die Minenstadt Kabwe. In Sambia kommen wir endlich wieder in den Genuss, frisches Obst und Gemüse direkt von den Bauern zu kaufen. Kleine Verkaufsstände säumen den Straßenrand, entlang der großen Straßen. In Mpika, der größten Stadt im Norden gibt es einen riesigen Freiluft-Markt, auf dem man von Gemüse bis Computer alles mögliche erwerben kann. Ein Plausch mit den Marktfrauen und ein Spaziergang durch die Buden, sind absolut empfehlenswert.

Kundalila Falls

Um sich auf dem Weg Richtung Mutinondo Wilderness die Beine zu vertreten, legten wir einen Zwischenstopp an den Kundalila Falls ein. Bezaubernd, aber teuer. Für zwei Personen und Auto haben wir 40 US-Dollar gelatzt. Damit also genauso viel wie für die Victoriafälle, die dann doch beeindruckender waren als Kundalila.

Mutinondo Wilderness

10.000 Hektar Wald, weit und breit keine Häuser und keine Strommasten, Mutinondo ist ein absolutes Paradies. Vier Tage lang wanderten wir durch die grünen Täler und kletterten auf die kahlen Hügel von denen man sagenhafte Weitblicke erhält. Allerdings waren die letzten sechs Monate im Auto unserer Kondition nicht gerade förderlich. Erholen kann man sich auf dem wunderschönen und weitläufigen Campingplatz mitten in Mutinondo. Nachts hörte man Hyänen. Und entgegen aller Erwartung auch einen Löwen. Erst auf Nachfragen erklärten Inge und Frank, die holländischen Pächter, dass sich hier gelegentlich ein einsames Löwenmännchen herumtreibe. Der sei allerdings so schüchtern, dass sie ihn noch nie zu Gesicht bekommen haben. Unsere Wanderungen hat er erfreulicherweise nicht gestört. Der Campingplatz ist mit 20 US-Dollar pro Person, einschließlich 10 US-Dollar Conservation Fee, nicht ganz günstig, aber jeden Penny wert.

Kapishya Hotsprings

Campingplatz und Lodge liegen hübsch um die natürliche heiße Quelle Kapishya herum, die mit ihren 39° gerade jetzt im afrikanischen Winter zu einem Bad einlädt. Wer sich für Kolonialgeschichte interessiert, kann eine Besichtigung vom Herrenhaus in Shiwa Ngandu buchen. Leider nur mit vorheriger Anmeldung möglich und schon wieder 20 US-Dollar Eintritt. Auf dem Weg zu den heißen Quellen fährt man über die ehemalige Plantage und erhält zumindest einen kleinen Eindruck.

North Luangwa

Im North Luangwa sind Fahrten auf eigene Faust nicht erlaubt. Wer nicht in einer der teuren Safari-Lodges gebucht ist, bekommt zumindest ein Transitvisum für 65 US-Dollar ausgestellt. Auch hier ist aufgrund der vielen Tsetsefliegen, wie im Kafue, fotografieren leider wenig erfreulich. Durch das hohe Gras, waren aber ohnehin wenig Tiere zu sehen. Trotzdem lohnt die landschaftlich beeindruckende Fahrt hinab ins Luangwatal.

Am westlichen Parkeingang gibt es ein etwas heruntergekommenes Communitycamp Natwange, das leider nicht mit dem nur wenige Kilometer entfernten Chikolongo Bush Camp direkt am Malaweshifluss mithalten kann. Hier kümmern sich zwei Mitarbeiter um Feuer und heiße Duschen.

Auf der östlichen Seite des North Luangwa wartet das wunderbare Chifunda Community Camp. Unser absolutes Highlight. Schon die Anfahrt mit einer improvisierten Pontoonfähre ist phantastisch. Das Camp selbst liegt direkt am Luangwa und ist erfreulicherweise Tsetsefliegenfrei. Die Dorfbewohner kümmern sich liebevoll um das Camp und sind immer zum Plaudern aufgelegt. Wirklich ein außergewöhnlicher Stop.

Von hieraus kann man über die Dörfer bis zur Grenzstadt Lundazi fahren, wenn man, so wie wir, weiter nach Malawi möchte. Eine wunderschöne, einsame Allradstrecke. Abenteuerlich ist die Übernachtung im Lundazi Castle Hotel, in einem alten, leider sehr heruntergekommen Schloß. Dafür war der Concierge reizend bemüht uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Abends hat er uns Hühnchen mit Kohl bereitet. Belohnt wurden wir dafür mit einem der entspanntesten Grenzübergänge der gesamten Reise.

Wie wir den South Luangwa Nationalpark auf unseren früheren Reisen erlebt haben, lest ihr hier.

Unsere Route durch Sambia in der Übersicht

Reiseführer: Gereist sind wir mit dem Hupe-Reiseführer. Unserer Meinung nach der ausführlichste und informativste für Overlander. Im selben Verlag ist gerade ein Buch speziell über das Luangwa-Tal erschienen.

Straßenkarte: Auf Papier fanden wir die Zambia Road Map gut und schwören wie immer auf die GPS-Daten von Tracks4Africa.

Grenzübergang nach Sambia

Von Namibia aus gelangt man über Katima Mulilo Sambia. Alle Infos, Einreisebestimmungen und Gebühren dazu haben wir bereits hier festgehalten. Die Einreise von Botswana aus, erfolgt über Kazungula. Nicht unser liebster Grenzübergang: viele Schlepper, etwas unübersichtlicher und viele LKWs. Wir haben uns auf unseren vergangenen Reisen aber ein gutes Grenzübergangs- und Schlepperabwehr-Fell zugelegt und statt Umweg über Namibia den direkten Weg nach Livingstone gewählt.

Besonderheiten: Die Fährüberfahrt kostet 15 US-Dollar pro Person oder 220 Kwacha. Also besser in Landeswährung oder botswanischen Pula zahlen. Die Schlepper versuchen einen schon vor der Flussüberfahrt in Botswana abzufangen. Am besten man ignoriert jegliches Gewinke. Die Fährleute sind an den Blaumännern, offzielle Beamte an Ausweisen zu erkennen. In Kazungula hat man uns statt der üblichen 90 Tage nur ein Visum für 30 Tage ausgestellt. Man erklärte uns, dass sie das in Kazungula nicht könnten und wir es bei einer Einreisebehörde aber verlängern könnten.

Für den nächsten Besuch

Im Nordwesten Sambias, in der Nähe des Merusees soll der Fluss Kalumbwishi in wundervollen Wasserfällen hinabstürzen. Der Tanganjika See hat auch einen kleinen sambischen Teil, der sehr friedlich und noch einigermaßen unerschlossen sein soll. In den Liuwa Plains im Westen des Landes, kann man offenbar die zweitgrößte Tierwanderung des Kontinents beobachten.

Alle Reiseberichte von unserem Afrika Roadtrip findet ihr hier.

2 Comments

  1. Sammi Heineking

    Hallo Ihr Beiden, ich bin immer wieder beeindruckt von der Qualität Eurer Fotos und Berichterstattung. Und vor allem freue ich mich mit euch, dass ihr immer noch voller Lust auf Afrika seid und offenbar bisher noch nichts gravierend Unangenehmes erleben musstet. Weiterhin viel Freude und Glück,

    Euer Sammi

    • Stefanie

      Lieber Sammi,
      wie schön, wieder von Dir zu hören. Ja, wir sind noch voller Lust auf Afrika und gerade ganz begeistert von unseren ersten Tagen in Tansania. Und nach 7 Monaten und 25.000 km ist uns, drei Mal auf Holz geklopft, haben wir nur Freude. Seid ihr gerade in Deutschland? Wann geht es zurück nach Kapstadt?

      Lieben Gruß, Steffi

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