Sicherheit auf Reisen

Sicherheit auf Reisen

Aktualisiert am 6. Dezember 2016 um 01:13

Wer ein Jahr durch Afrika reisen möchte, kommt nicht umhin, sich mit dem Thema Sicherheit auf Reisen zu beschäftigen. Dabei kann man entweder riskante Situationen meiden oder für den Ernstfall vorsorgen. Trotzdem sollte der Spaß nicht auf der Strecke bleiben. Gar nicht sei einfach, daraus die richtige Schnittmenge zu bilden.

Während unserer Reiseplanung beschäftigten wir uns vielfach mit dem Thema Versicherungen. Für’s Auto im Allgemeinen und während der Verschiffung, Auslandskrankenversicherung, Notfallbergeversicherung, Rückholversicherung und Reiserücktrittsversicherung. Die Liste ist schier endlos. Als der Beginn unserer Auszeit noch in weiter Ferne lag, waren wir beide sportlich locker, wollten uns sogar komplett aus Deutschland abmelden. Und natürlich wollten wir die Kosten minimieren, um möglichst lange reisen zu können.

Sicher ist sicher

So weit so gut. Der Abflug rückte näher und eine kleine Stimme wurde lauter. Die sagte beharrlich: „Aber was ist wenn?“. „Was ist, wenn der Wagen gestohlen wird? Was wenn einer von uns krank wird?“ Ängste und Befürchtungen lösten den Übermut ab. Die deutschen Wurzeln taten ihr übriges. Schließlich ist man hier zu Lande stets durchgeplant und für alle Eventualitäten vorbereitet. Also habe ich zähneknirschend die erste Versicherung angerufen, um mich unverbindlich beraten zu lassen. Und schon war ich drin im Spiel. Im Spiel mit der Angst.

Mit Grauen erinnere ich mich noch an ein schon länger zurückliegendes Beratungsgespräch einer Versicherung, die ich hier nicht namentlich erwähnen möchte. Dennoch. Die Dame mir gegenüber war in diabolisches rot-schwarz gehüllt. Es war Winter und schon dunkel, der Raum nur schummrig beleuchtet. Dass ich in der Nacht zuvor Nachtdienst im Krankenhaus hatte, war an dieser Stelle auch nicht hilfreich. Nun wurden Blitze in meine Biografie gezeichnet, Schicksalsschläge, die nur darauf lauerten, mein gemütliches Dasein, so wie ich es bisher kannte, ein für alle Mal zu zerstören. Doch halt! Ich bin nicht allein. Die Versicherung eilt mir in güldener Rüstung auf einem Streitross zu Hilfe. Sie kann zwar das Schicksal nicht beeinflussen, aber wenigstens die Folgen minimieren. Zumindest wenn man das Kleingedruckte aufmerksam gelesen und die Versicherung nicht doch noch ein Schlupfloch gefunden hat, mit der sie die Auszahlung verhindern kann. So ungefähr jedenfalls.

Hätte, hätte, Fahrradkette

Prinzipiell glaube ich nicht an Sicherheit in irgendeiner Art und Weise, sondern dass es sich dabei eher um ein Konstrukt handelt, das wir uns gerne vormachen, um uns in Selbiger wiegen. Die meiste Zeit verdrängen wir, mehr oder weniger erfolgreich, wie fragil unser Leben eigentlich ist. Doch gerade meine Arbeit als Ärztin in der Psychiatrie zeigt mir jeden Tag, wie schnell sich das Gewohnte auf den Kopf stellen lässt. Das ist es aber auch, was unser Leben bereichert. Und wertvoll macht. Fühlt sich in so einem Moment natürlich nicht so an. Auch klar. Und frei von Angst bin ich nicht. Wenigstens das ist sicher.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ich von einem Löwen angefallen werde und dabei ein Bein verliere ist gering. Selbst Hausbrände, Einbrüche oder schwere Autounfälle passieren nicht jedem. Aber wenn denn dann, dann ist es doch irgendwie blöd. Und wie sehr belastet mich die Sorge darüber auf meiner Reise? Spare ich mir also eine Kfz-Haftpflicht und habe dafür die ganze Zeit Angst, einen Unfall zu bauen, verdirbt mir das zweifelsohne die Stimmung (Wer mich kennt, weiß nämlich, dass Autounfälle für mich leider nicht völlig abwegig sind). Oder mag ich mein Auto nirgends alleine stehen lassen, aus Sorge, dass es gestohlen werden könnte? Zwar kann eine Vollkaskoversicherung unser Reisemobil, die blaue Elise, die soviel mehr ist als nur Fortbewegungsmittel, nicht ersetzen, aber zumindest können wir die Reise fortsetzen. Zusammengefasst heißt das nun also für mich persönlich abzuwägen: „Wie wahrscheinlich ist das ein oder andere schauerliche Szenarium tatsächlich, wie sehr fürchte ich welche Konsequenzen und wieviel Risiko bin ich bereit, zu tragen ohne dass es mir den Spaß verdirbt?“

Hände hoch, wir sind Touristen

Eines sei zum Thema Sicherheit vielleicht noch abschließend erwähnt: Wir werden nämlich erstaunlich oft gefragt, ob wir eine Waffe dabei haben, was ich extrem verstörend finde. Denn erstens vermute ich, dass wir die Waffe im entscheidenen Moment ohnehin nicht zur Hand haben; Selbige immer griffbereit zu tragen ist mit doch zu sehr Wildwest. Zweitens ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich Steffi damit eher in den Fuss schieße als einen Angreifer in die Flucht schlage. Oder drittens eine Waffe die Situation eher zusätzlich verschärft. Da bin ich ganz pragmatisch, denn wer mich wirklich um die Ecke bringen möchte, dem habe ich nicht viel entgegen zu setzen. Und wer nur an mein Geld will, den bringe ich mit einer Waffe wahrscheinlich eher auf dumme Gedanken.

So reisen wir nun also ohne Waffe aber mit viel Optimismus. Und wo der fehlt, dann eben doch mit einer Versicherung.

Welche das im Einzelnen sind, berichten wir hier.

 

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