Mit einer dritten Stange lässt sich das Tarp so spannen, dass der Regen sofort abfließt.

Tarp statt Markise: unser Sonnenschutz am Landy

Markisen sind schwer und teuer. Ohne Sonnensegel und Regenschutz kann campen ungemütlich werden. An einer guten Alternative mit Tarp und Teleskopstangen haben wir ziemlich lange getüfelt. Warum wir uns doch für ein Tarp statt Markise entschieden haben, erklären wir Dir hier.

Um bei praller Sonne oder Regenschauern noch Spaß am Campen zu haben, musste ein geeigneter Wetterschutz her. Immer wieder haben wir uns Markisen angesehen und mit einer Foxwing geliebäugelt. Die geht an der Seite entlang bis über die Hecktür, soll leicht aufzubauen sein, kostet aber leider 750 €.

Erster Versuch: Sonnensegel

Also war unsere erste Konstruktion ein dreieckiges Sonnensegel DYNING von IKEA für 20 €, das wir mit Industriesaugnäpfen an unserem Defender, der blauen Elise befestigt und mit zwei Teleskopstangen abgespannt haben. Das Dreieck, das uns zunächst praktisch schien, erwies sich als Fehlkauf. Die Fläche war insgesamt zu klein und zu unflexibel, so dass trotz langer Aufbauarbeit der Schatten verschwindend gering war. Nur mit Mühe und Not haben wir beide drunter gepasst.

Zweiter Versuch: Tarp

Also haben wir uns ein richtiges Tarp mit den Außenmaßen 285 x 300 cm von Tatonka gegönnt. Das war schon eine deutliche Verbesserung, denn darunter fanden wir nun beide gemütlich Platz. Noch eine ganze Weile hielten wir an unseren Saugnäpfen fest, weil wir weitere Bohrungen in die Karosserie vermeiden wollten. Trotzdem war es leider immer ein rechtes Gefummel bis wir die Saugnäpfe vernünftig am Auto platziert hatten. Kam der erste Windstoß, flog mindestens ein Saugnapf durch die Gegend. Also haben wir Selbige zunehmend stärker mit Seilen gesichert. Das wiederum führte dazu, dass der ganz Aufbau gerne auch mal eine Stunde gedauert hat. Deshalb musste nun doch eine stabilere Lösung her. Leider waren wir bereits in Afrika unterwegs und konnten weit und breit keine geeignete Airline- oder Kederschiene finden.

Ösen am Rahmen: hier wird das Tarp eingehakt
Um das Tarp am Land Rover zu befestigen, haben wir zwei Ösen an den Rahmen des Hubdachs genietet.

Konstruktion mit Ösen

Also haben wir kurzentschlossen zwei Ösen seitlich am Defender angebracht und am hinteren Wagenende die Gasfedern von unserem Hubdach benützt. Damit hat endlich meine Begeisterung für unser Tarp begonnen. Mit nur drei Klicks war das Ding befestigt und mit zwei Teleskopstangen abgespannt. Nur noch zehn Minuten dauert die ganze Schose. Mit etwas Geschick und Windstille schafft es Steffi sogar allein.

Tarp statt Markise: Sonnenschutz am Land Rover
Das Tarp eignet sich gut als Schattenspender. Da es sehr windig war haben wir das Tarp zusätzlich mit Abspannseilen am Baum gesichert.

Die Möglichkeiten sind schier endlos. Bei viel Sonne gönnen wir uns das komplette Rechteck. Ist das Wetter schlecht oder sehr windig, wird das Tarp klein zusammengefaltet und als Dreieck schräg zur Seite runter abgespannt. So kann das Wasser ablaufen. Wir können das Tarp am Heck befestigen, wenn wir beide Gasfedern nutzen. Dann kann man trocken ein und aussteigen und Steffi hat bei Sonnenschein ein kleines Büro, wo sie im Schatten auf den Rechner gucken kann.

Tarp statt Markise an der Hecktür des Land Rover
Einmal in der Mitte gefaltet lässt sich aus dem Tarp dank der vielen Ösen Schlaufen schnell ein Dach an der Hecktür bauen.

Man kann das Tarp natürlich auch am Auto gegenüber befestigen, wenn man zu viert unterwegs ist. Oder in die Bäume hängen, wenn welche in der Nähe sind. Hat uns vor Sonne und Regen geschützt. Und zur Krönung der Tarp-Evolution hat Steffi daraus sogar einen Paravant gebaut, als Sichtschutz für unsere kleine Buschdusche. Hilfreich war das für Botswana, wo es Stellplätze ohne Sanitäranlagen gibt, aber einen trotzdem gelegentlich der Nachbar sehen kann.

Das Tarp zwischen zwei Auto gespannt
Mit Spanngurten und Abspannseilen lässt sich das Tarp ganz einfach zwischen zwei Fahrzeuge spannen.

Fazit: Lieber Tarp statt Markise

Je länger wir nun gemeinsam reisen, das Tarp und ich, um so mehr weiß ich seine Vorteile zu schätzen. Die ganze Konstruktion hat uns nicht mal 100 € gekostet. Wir haben kein zusätzliches Gewicht an einer Seite des Autos und platzsparend ist es noch dazu. Klein zusammengefaltet liegt das Tarp in unserer Staukiste und die zwei Teleskopstangen sind unter den Lattenrost vom Hubdach geklickt. Wobei wir beschlossen haben, uns noch eine Dritte zu gönnen. Die kann unseren Wetterschutz noch windfester gestalten oder bei starkem Regen in der Mitte platziert, dem Wasserablauf dienen. Außerdem haben wir andere Reisende getroffen, die durchaus fanden, so schnell sei ihre Markise nicht aufgebaut. Und viele nutzen ihre deshalb nur für längere Stopps. Wir sind also restlos überzeugt. Wie sind Eure Erfahrungen zum Thema Sonnenschutz?

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