Kenias Küste - Strand bei Malindi

Kenias Küste – Kultur und Strand

Kenias Küste hat nicht nur Traumstrände und Schnorchelparadiese zu bieten sondern auch interessante Kulturstätten und beeindruckende Naturphänomene. Mittlerweile kennen wir die Küstenregion von der tansanischen Grenze bis nach Malindi. Hier erzählen wir Dir was uns besonders gut gefallen hat.

Vorab noch ein Wort zu Lamu, das wir leider bisher noch nicht bereisen konnten. Dieses Archipel im Norden Kenias ist neben traumhaften Stränden berühmt für seine historische Altstadt. Die typischen weiß getünchten Häuser stammen aus der Hochphase der Swahilikultur als arabische Seefahrer hier Handel trieben. Allerdings ist Lamu auch weiterhin “nur” mit dem Flugzeug zu erreichen, da von Reisen über Land seit vielen Jahren abgeraten wird. Somalische Al-Shabaab Milizen treiben hier ihr Unwesen. Immer wieder kommt es zu terroristischen Anschlägen, zuletzt im Januar 2020 auf ein Militärlager.

Diani Beach

zwischen tansanischer Grenze und Mombasa ist ein klassisches Urlaubsparadies. Die weißen Strände scheinen endlos, sanft branden die türkisblauen Wellen des indischen Ozeans, leise raschelt der Wind in den Blättern der Kokosnusspalmen. So ungefähr jedenfalls. Die Kehrseite dieser Fototapetenidylle sind die zahllosen Hotels und Ferienanlagen, die den Strand flankieren. Es gibt gute Einkaufsmöglichkeiten und zahlreiche Restaurants. Deutlich ruhiger geht es im Nachbarort Tiwi Beach zu. Hier lässt es sich wunderbar in der Twiga Lodge campieren. Und zwar direkt am Strand. Dort trifft man in der Regel auf den Musiker Reggie, einen Südafrikaner, der seit Jahren hier am Strand in seinem Landy lebt. Er hält einem die manchmal lästigen Beach Boys vom Hals und zeigt einem, wo es das beste Nyama Choma gibt. Einziger Nachteil ist, dass die Sanitäranlagen der Twigalodge schon 2017 in ziemlich schlechtem Zustand waren und nach allem was wir gehört haben, ist eine Renovierung auch weiterhin nicht in Aussicht.

Mombasa

Ist mit knapp einer Million Einwohnern die zweitgrößte Stadt Kenias. Hier befindet sich neben Nairobi der zweite große Flughafen und außerdem der größte Handelshafen Kenias. Wer nach Kenia verschiffen will, landet in Mombasa. Der Hafen selbst muss grauenvoll sein: riesig, unübersichtlich und ziemlich teuer. (Wir haben es trotzdem gewagt, weil wir auf den kenianischen Agenten der Severin Sea Lodge zurückgreifen konnten. Das half gegen Chaos. Teuer war es trotzdem)

Mombasa eignet sich hervorragend zum Vorräte auffüllen und weitere kleine und große Erledigungen. Einen guten Campingplatz direkt in der Stadt gibt es leider nicht. Hier sind die Strände fest im Besitz der Ferien- und Hotelanlagen. Aber nur eine halbe Stunde weiter nördlich in Kikambala kann man in der Edelweiß-Lodge im wunderschön gepflegten Garten von Ulli und Hedi übernachten. Das deutsch-schweizerische Paar lebt seit über 20 Jahren in Kenia und ihre Liebe zu Land und Leuten ist ungebrochen. Nirgends sonst haben wir einen derart charmanten und beinahe familiären Umgang zwischen Besitzern und Angestellten erlebt, die allesamt auf der Homepage aufgeführt sind. Als Sahnehäubchen obendrauf kann man sich im Pool abkühlen. Da ist es zu verschmerzen, dass es bis zum Strand zehn Minuten zu Fuß sind. Außerdem kann man sein Auto für 40 EUR pro Monat bei Ulli überdacht unterstellen. Er übernimmt Pflege und wenn gewünscht auch kleinere Reparaturen.

Kilifi Creek

Wieder eine halbe Stunde weiter nördlich liegt Kilifi Creek. In dieser Mangroven gesäumten und geschützten Bucht gleicht der indische Ozean eher einer Badewanne. Übernachten kann man im Distant Relatives Ecolodge & Backpackers, einer ökologisch angelegten, legeren Backpacker Lodge mit großem Swimmingpool und gutem Restaurant. Als Zelt steht es sich entspannt auf einer Wiese. Mit Auto deutlich weniger schön auf dem Parkplatz. Die Laternen leuchten einem ins Gesicht und Restaurantbesucher kommen und gehen. An Schlaf ist da kaum zu denken.

Deshalb wollten wir uns am nächsten Tag ein leckeres Frühstück gönnen. Doch beide Empfehlungen im Reiseführer Lonely Planet waren nichts. Im eigentlich hübschen Endoros Wild Living Cafe gab es zwar Kaffee aber sonst nichts. Als wir versuchten erst Fagottinis, dann Waffeln und zuletzt Crepes zu bestellen, die allesamt in der Speisekarte stehen, sah uns die Kellnerin nur verständnislos und sagte, das gebe es nicht. Wir beließen es also bei einem mittelmäßigen Cappuccino. Das war immer noch mehr als der hochgelobte und angeblich üppige Brunch im Kilifi Boatyard. Zwar sprangen hier unmotiviert irgendwelche Arbeiter, vielleicht sogar Kellner rum, doch von Restaurantbetrieb war nichts zu merken (Stand Dezember 2019).

Malindi

Letzte größere Stadt an der Küste auf dem Weg Richtung Norden und fest in italienischer Hand. Neben zahlreichen Pizzerien findet man sogar einen italienischen Supermarkt in dem man Mortadella, italienische Salami, Scamorza und Parmesan erwerben kann. Man sagt, dass sich in den 1980ern Mafiosi auf der Flucht vor den Behörden hier in Malindi versteckt haben und offensichtlich bis heute geblieben sind.

Wunderbar übernachten lässt es sich bei Eddie und Selma im Barefoot Beach Camp, etwas nördlich der Stadt. Auch hier steht man direkt am Strand, der einem anders als im Süden allein zu gehören scheint. Weit und breit kein Mensch. Der indische Ozean ist badewannenwarm. Mit der Flut kommt leider zunehmend Seegras angetrieben. Das ist aber vielerorts entlang der Küste so. Leider ähnlich wie in der Twiga Lodge sind auch hier die Sanitäranlagen mittelmäßig. Man kann das Badezimmer eines kleinen Zeltchalets nutzen. Geduscht wird mit Salzwasser. Entschädigen tut das hervorragende Abendessen bei entspannter Konversation mit den Besitzern. Fangfrischer Fisch indisch gewürzt ist genauso lecker wie die Pizza aus dem nagelneuen Pizzaofen (Stand Dezember 2019).

Gedi Ruins

Auf dem Weg Richtung Malindi liegt diese Ruinenstadt aus dem 15. bis 17. Jahrhundert, die von dem vergangenen Ruhm einer großen Handelsmetropole zeugt. Hier haben mehrere tausend Menschen gelebt und der Einfluss der arabischen Händler findet in zahlreichen Moscheen seinen Ausdruck. Ein Großteil der aus Muschelkalk gebauten Häuser ist gut erhalten und wild romantisch von Urwald überwuchert. Die Eintrittspreise scheinen zu variieren, wir haben 1000 KSH (etwa 9 EUR) pro Person bezahlt. Ein Guide kostet noch einmal 500 KSH. Ausnahmsweise haben wir trotzdem zugeschlagen. Harry arbeitet dort ehrenamtlich, weil er sich in der Ausbildung zum Reiseleiter befindet. Er ist unweit der Ruinen aufgewachsen und kennt sie wie seine Westentasche. So haben wir auch das Verreaux´s Eagle Owl Paar (zu deutsch Milchuhu) entdeckt, das hier lebt. Diese riesigen Eulen werden gejagt, weil ihnen nachgesagt wird, ein Todesbote zu sein. Die Ruinenverwaltung bemüht sich, den seltenen Vögel hier Unterschlupf zu gewähren.

Marafa Depression

Eine knappe Stunde Fahrzeit vom Barefoot Beach Camp entfernt im Landesinneren liegt die Marafa Depression, auch Hell´s Kitchen genannt. Hier findet man aus Sandstein bestehende vom Regenwasser geformte Canyons. Die Schluchten leuchten in unzähligen Rot- und Orangetönen, teilweise von weiß durchzogen. Besonders schön natürlich zum Sonnenuntergang. Der Legende nach lebte hier eine wohlhabende Familie, die so verschwenderisch mit ihrem Reichtum umging, dass sie in der Milch ihrer Kühe badete. Gott war erzürnt über diesen Frevel und versenkte die Familie in eben dieser Marafa Depression. Die rot weiße Steinformation sind Blut der Familie und die Milch ihrer Kühe. Der Eintritt kostete bei uns 800 KSH (etwa 7,00 EUR) pro Person. Für einen Guide haben wir nicht bezahlt, trotzdem begleitete uns einer junger Mann, der uns die besonders schönen Aussichtsplätze gezeigt hat.

 

Haben wir noch etwas verpasst an der kenianischen Küste, was Ihr entdeckt habt, dann schreibt uns gern.

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