Lake Malawi

Lake Malawi

Aktualisiert am 11. Juli 2017 um 12:01

Unser morgentlicher Einkauf  ist in Lilongwe etwas Nerven aufreibender, als wir es bisher auf unserer Reise gewohnt waren. Viele Straßenhändler, viel Trubel, viel Armut. Und auch das Bankgeschäft ist mühsam, denn man kann immer nur 20.000 Kwacha abheben. Wir müssen also nacheinander all unsere EC- und Kreditkarten bemühen, um einen Gegenwert von 100 € aus dem Automaten zu ziehen. Da es in Chembe keine Bank mehr geben wird, wechseln wir also lieber auch noch unsere letzten Dollar. Luxusprobleme.

Wir brechen auf Richtung Salima. Unser Roadblockzähler liegt schon bald bei 12. Wir kommen gut durch, wir werden immer schnell durchgewunken, manchmal auch etwas Smalltalk. Alles kein Problem, nur zeitlich halten diese Sperren eben etwas auf. Wir hatten gehofft, das Stück von Salima Richtung Monkey Bay würde am See entlang führen, aber leider müssen wir den ersten Blick über Lake Malawi bis kurz vor Chembe warten.

Das Chembe Eagle’s Nest liegt etwas versteckt ganz am Ende des Dorfes. Ohne Navi wär ich schon dreimal umgedreht, denn wir fahren teilweise mitten durch die Vorgärten der Bewohner des kleinen Fischerdorfers. Der Campingplatz direkt am Strand, ruhig und idyllisch gelegen, er hat große Feuerstellen und ist zum Teil mit Gras bewachsen, das der Pächter in sisyphusscher Manier versucht, vor den Ziegen zu retten, die in den Abendstunden über die Klippen getrippelt kommen. Wir grillen lecker Steak, sitzen unter unserem Mangobaum und geniessen den Sonnenuntergang am Cape Maclear.

Endlich ausschlafen. Wir werden ein bisschen vom Event Manager der “Tour Guide Association” belagert, suchen uns dennoch eine schöne Boot- und Schnorcheltour für Donnerstag. Den restlichen Tag verbringen wir faul am Strand, spielen Karten, lesen, schwimmen. Abends gönnen wir uns einen Catfish und Wein aus dem Pappkanister im Restaurant.

Die Nacht ist stürmisch, aber bis zum Frühstück ist wieder alles in paradiesischer Ruhe und wir verbringen vier faule, gemütliche Tage am Strand.

Unsere Schnorcheltour wäre fast einen eigenen Beitrag wert. Wir werden um halb acht von unserem Guide abgeholt. Am Strand schaukelt schon das Fischerboot. Erwartungsvoll schippern wir los. Zunächst machen wir aber noch einige Stops, um erst seinen Kapitän, dann die Schnorchel und dann den fangfrischen Kapanga und Feuerholz einzusammeln. Wir tuckern los und erreichen nach einer Viertelstunde Tumbi West Island. Wir klettern die Felsen hoch und schmunzeln über ein Schild der Tour Guide Association, das sehr grafisch verbietet, diese Insel als Toilette zu missbrauchen. Wir sind kurz etwas irritiert, als nichts passiert. Ich frage nach dem Plan. Antwort: I am your guide. Hm… So sitzen wir ein bisschen verloren auf dem Felsen, die Buben machen sich eifrig daran, eine Feuerstelle zu suchen, das Gemüse zu putzen und zu waschen und den Fisch auszunehmen. Es ist ungefähr 8 Uhr. So lassen wir uns als treiben und beschließen erstmal in der Bucht schnorcheln zu gehen. Leider ist es etwas bewölkt und windig, so dass wir es in dem Wellengang nur eine knappe halbe Stunde aushalten. Unser Guide ist etwas besorgt, ob wir mit unseren Brillen nicht zufrieden seien. Woraufhin ich, um nicht unhöflich zu wirken noch eine Runde drehe. Bis es um 11.00 Uhr Mittagessen gibt, sitzen wir also einfach auf den Klippen, ratschen und lassen die Blicke schweifen. Der Kapanga mit Reis, Tomaten und Kartoffeln, frisch über dem Feuer gegrillt schmeckt unglaublich gut. Wir bitten unsere beiden Guide doch mitzuessen und sich zu uns zu setzen, aber noch fünf Minuten verkrümeln sie sich doch lieber wieder. Danach geht es weiter Fischadler füttern. Danach zum Otter’s Point – wo es, wie wir dann erfahren, schon lange keine Otter mehr gibt, aber den schönsten Schnorchelplatz. Wir halten in einer windstillen Bucht und freuen uns schon. Dann krabbeln wir aber doch über die Felsen auf die windige Seite und stehen vor einer kleinen Bucht, in der Plastiktüten, Kanister und anderer Müll schwimmt. Wir machen das beste draus. Tatsächlich kann man hier sehr viele der kleinen bunten Malawi-Fische beobachten. Leider ist es wirklich etwas frisch heute, so dass wir uns um 12.00 doch schon wieder auf den Rückweg machen und um halb eins wieder in der Lodge sind. Auch wenn man als europäischer Tourist etwas mehr Action gewohnt ist: der Ausflug hat sich wirklich gelohnt und wir hatten einen wunderschönen, gemütlichen Vormittag mit einem grandiosen Mittagessen.

Den Rest unseres Aufenthaltes verbringen wir am Strand, lesen, faulenzen, spielen Karten, gemütlich kochen und lassen einfach die Seele baumeln.

Wir lernen: nach 4 Tagen ist die Batterie für den Kühlschrank leer. Die Schweizer Langzeitreisenden, die sich press neben uns gequetscht haben, finden wir eh so unmöglich, dass wir beschließen weiterzuziehen. Der Plan: Auf dem gleichen Weg zurück und die letzten Tage noch gemütlich im Chobe Nationalpark in Botswana zu verbringen…

Unterkunft: Chembe’s Eagle’s Nest am Cape Maclear: Paradiesisch, abgelegen, verschlafen, wundervoll für ein paar ruhige Tage am Strand. Bester Standplatz der Reise.

Gefahrene Kilometer: 250 km

Tiere: Fische, Paviane

Essen: Kartoffelsuppe, Steak und Reis, lecker Catfish im Restaurant, Nudeln mit Paprika, Reis mit Chakalaka, Bratkartoffeln mit Bohnen

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