Leuchtturm Falshoeft

Rundreise durch Angeln – von der Schlei zur Flensburger Förde

Moin, Moin und willkommen in Angeln. Hier wartet eine abwechslungsreiche Mischung aus herrlichen Sandstränden, atemberaubender Natur, charmanten Städtchen und einer Prise Kunst und Kultur. Ich habe einen Roadtrip zu den schönsten Orten auf der Halbinsel in Schleswig-Holstein zusammengestellt. Orte, die mir am Herzen liegen, denn für mich ist Angeln ein Stück Zuhause. Aufgewachsen in München haben meine Eltern und ich jeden Sommer hier oben verbracht, in der Heimat meines Vaters. Die großen Ferien sind deshalb untrennbar mit Salzwasser, Landluft und Fischbrötchen verbunden.

Unsere Reise beginnt von Süden kommend in Schleswig. Dem Verlauf der Schlei folgen wir bis nach Kappeln. Weiter geht es gen Norden zur Ostsee ins Naturschutzgebiet Geltinger Birk. Abkühlung verschafft die Bädertour von Norgaardholz bis nach Langballigau. Landeinwärts wartet das Landschaftsmuseum Angeln Unewatt auf uns. Zurück an der Ostsee arbeiten wir uns zur nördlichsten Spitze Angelns vor und reisen über das berühmte Schloss Glücksburg zu unserem Ziel Flensburg.

Wikingerstadt Schleswig

Schleswig wurde bereits 804 n.Chr. erwähnt. Zunächst nur Nebendorf des benachbarten Haithabus, wurde es ab 1000 n. Chr. Zentrum des nordeuropäischen Handels. Strenggenommen nicht mehr Angeln, aber als Abstecher dringend zu empfehlen ist das Wikingermuseum Haithabu. Bereits um 1900 entdeckte man hier Überreste einer Wikingersiedlung. Um Geschichte erlebbar zu machen, wurden die Häuser der Wikinger originalgetreu nachgebaut. Als Kind fühlte ich mich als könne ich direkt mit Wickie und ihren starken Männern auf Beutezug gehen. Heute gibt es zusätzlich zahlreiche Veranstaltungen wie Heringsfassrollen, Walkürenrennen, Runen lesen und Heilkräuter sammeln.

Auf den Spuren der Geschichte geht es weiter zum Schloss Gottorf, dem größten Schloss des Bundeslandes. Im Laufe von 800 Jahren wurde diese mittelalterliche Burg bis zum Barockschloss umgebaut. Mittlerweile beherbergt es ein Museum für Kulturgeschichte mit Kunstsammlung vom Mittelalter bis zur Gegenwart und ein Museum für norddeutsche Archäologie.

Anschließend bummeln wir durch die pittoreske Altstadt bevor wir dem Verlauf der Schlei nach Kappeln folgen.

Kappeln – von Heringen und Ärzten

Wer Lust hat kann hier auf den Spuren der berühmten ZDF-Serie „Der Landarzt“ wandeln und an der Spätbarocken St. Nikolaikirche vorbei zu einer Mittagspause im Restaurant Aurora einkehren, in der Serie besser bekannt als Asmussens Kneipe. Der Darsteller Walter Plathe ist mir tatsächlich schon in Kappeln begegnet.

Berühmt ist der Ort für seinen Heringszaun aus dem 15. Jahrhundert – einer früher in Europa weit verbreiteten Fischfangmethode. Jedes Jahr zu Christi Himmelfahrt finden hier die Heringstage statt – mit Unterhaltung, Live Musik und Sonderausstellungen. Höhepunkt ist die Heringswette: Dabei muss das Gewicht des Fischfangs geschätzt werden. Wer am dichtesten dran ist, wird Heringskönig oder -königin.

Als Kind war meine größte Freude die Öffnung der Klappbrücke zu beobachten. Diese verbindet das Angelner und Schwansener Ufer der Schlei und öffnet sich tagsüber stündlich für den Schiffsverkehr.

Vogelparadies Geltinger Birk

Weiter Richtung Norden gelangen wir zum ersten Mal an die Ostsee, zur Geltinger Birk, mit einer Gesamtfläche von 773 ha größtes Naturschutzgebiet in Schleswig – Holstein. Es umfasst Schilfsümpfe, Salzwiesen, Dünen, Seegraswiesen und seichte Wasserflächen. Hier kommen Vogelliebhaber voll auf ihre Kosten. Über 90 Brutvogelarten wie Kranich, Zwergseeschwalbe, Neuntöter, Karmingimpel und Braunkehlchen lassen sich erspähen. Auf dem Gebiet lebt zudem eine Graureiher- und eine Kormorankolonie.

Hochinteressant sind in der Zugzeit die guten Beobachtungsmöglichkeiten für rastende und überwinternde Wasservögel, darunter arktische Gänse, die mich an die Reisen des kleinen Nils Holgerson denken lassen.

Bädertour mit Abstecher nach Unewatt

Mit wunderbaren Blick auf den Yachthafen in Wackerballig kann man sich im Restaurant „Dat Strandhus“ mit hervorragenden Fischgerichten stärken, bevor wir dem Küstenverlauf der Außenförde Richtung Flensburg folgen. Die Auswahl an Badestränden ist schier endlos, mir gefallen besonders Steinberghaff, Steinbergholz und die Badeanstalt von Norgaardholz. Habernis eignet sich besser zum Spazierengehen und anschließend gönnen wir uns ein Eis in Langballigau – von Banausen „Langweiligau“ genannt.

Wenige Minuten ins Landesinnere liegt Unewatt, nur 69 Einwohner groß und trotzdem Sitz eines interessanten Volkskundemuseums, das vor allem für Stadtkinder einen Eindruck vom Leben auf dem Land vermittelt. Der Rundweg beinhaltet das historische Bauernhaus Marxenhof von 1626, Räucherei, Buttermühle und Windmühle sowie die Christesen Scheune.

Flensburg – Friede, Freude, Flens

Die Fahrt geht weiter zur nördlichsten Spitze Angelns nach Holnishof. Der Strand von „Drei“ lädt noch zum Baden ein, während auf der anderen Seite dieser kleinen Landzunge die Flensburger Innenförde beginnt. Die Steilküste bietet herrliche Ausblicke. Auf dem Weg nach Flensburg passieren wir Schloss Glücksburg, eines der bedeutendsten Renaissanceschlösser Nordeuropas. Wir verweilen also zur Schlossbesichtigung.

Unser letzter Umweg führt in den Ortsteil Flensburg Mürwik. Denn hier in der Flensburger Fischkate gibt es in einem alten Bauernhof den mit Abstand besten Fisch. In der Stadt selbst bummeln wir am Hafen entlang und durch die Fußgängerzone zu unserem allerletzten Stopp: der Flensburger Brauerei. In Erinnerung an den Comicfilm „Werner Beinhart“ gibt es hier echten „Bölkstoff“. Oder nur ein schlichtes Flens. Nach dem langen Tag wohlverdient, plöppen wir uns eins. Zum Wohl!

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