Defender Innenausbau: Boden und Isolierung

Wer beginnt, sich mit dem Ausbau eines Reisemobils zu beschäftigen, der hat gute Chancen bald verrückt oder arm zu werden. Besonders, wenn es sich um einen Defender Innenausbau handelt. Für dieses Auto gibt es von der letzten versteckten Niete bis zum Fahrwerk, Zillionen Tweaks und Tunes. Das Gerücht, dass Land Rover Fahrer ständig unterm Auto liegen ist also wahr: nur nicht weil sie es unbedingt müssen, sondern weil sie es wollen.

Defender Innenausbau light: Das Nachtlager auf der Ladefläche des Defender 110 HT
Die Ladefläche wird zum Nachtlager.

Vor dieser Defender-Krankheit wurde ich nun mehrfach gewarnt und es ist nicht ganz einfach, ihr zu widerstehen. Mein erstes Lastenheft klang noch so: TD5 jünger als 2002, DPF, Doppelbatteriesystem, Standheizung, Hubdach, Dachgeträger, Heckleiter, Rockslider, Riffelbleche, eingebauter Kompressor, Schnorchel, Heavy-Duty-Fahrwerk, zweiter Tank, Kühlschrank, vielleicht doch eine Außendusche, …
Irgendwann stellten wir uns die Frage: “Mal ehrlich, wann brauchen wir das alles?”

Um das herauszufinden, sind wir also so spartanisch wie möglich in unseren Frankreich-Urlaub gestartet: eine Staukiste für Küchenkram und Ausrüstung, eine Staukiste für Essen und eine tragbare Kühlbox zum Anschließen an die Autobatterie. Campingtisch, Stühle, Hängematte und kleiner Campinggrill waren auch mit dabei. Jeder hat noch eine Duffelbag für Klamotten und persönlichen Kram. Geschlafen wurde auf aufblasbaren Isomatten und im Schlafsack. Fertig.

Während der Fahrt war alles kompakt mit Spanngurten verzurrt, damit nichts verrutscht. Im Schlafmodus kamen Taschen, Boxen und Kühlschrank auf die Radkästen. Auf der Ladefläche hat man dann gemütliche 95 cm. Vor die Fenster haben wir Schals gehängt und mit Wäscheklammern am Rahmen des Daches befestigt, um die Dippegucker fernzuhalten. Fazit nach zwei Wochen on Tour durch die Schweiz und Frankreich: reicht!
Utzgemütlich und gar nicht kalt. Das Gekruschel hielt sich entgegen unserer Befürchtung in Grenzen.

Vor dem Defender Innenausbau.
Vorher…

Ausbausystem für den Defender Innenausbau

So hat sich  die Wunschliste für den Ausbau deutlich verkürzt: “Fangen wir mal mit ein paar Schränken an.” Der Defender 110 HT gefällt uns in seiner Schlichtheit so gut, dass wir ihn auf gar keinen Fall verbauen und verbasteln wollen. Auf der Abenteuer & Allrad 2012 haben wir Herrn Kraus von 4×4 Innenausbau kennen und das Adam-Hall-Ausbausystem lieben gelernt. Grenzenlose Möglichkeiten, wenig Gewicht, ideal für Selbstbauer.

Das Lager von Herrn Kraus befindet sich mittlerweile in Pfeffenhausen, sein Hallennachbar ist Knut Hildebrandt von Caravan Concepts. Vor einem Monat haben wir die beiden zum ersten Mal besucht, über die ersten Ideen geplaudert und uns eine Menge Inspiration geholt. Herr Kraus hat ordnerweise Ausbaubeispiele von Kunden und im Defender von Knut kann man sehen, wie es dann in echt aussieht.

Seitdem skribbeln wir unzählige Entwürfe und Skizzen, vermessen jeden Winkel der Ladefläche, halten Farbmuster an das Auto und tüfteln was das Zeug hält. Bevor es aber ans Eingemachte geht, hat uns Knut erst mal Trägerplatte, Boden und Gerüst verklebt und die Radkästen isoliert. Verklebt wird das Ganze mit Silikon Sikaflex, damit man den Ausbau zur Not wieder rausbauen kann, ohne das Auto zu beschädigen. Auf das Gerüst werden später die Kisten geschraubt. Die Isolierung der Radkästen macht den Wagen künftig nicht nur wärmer, sondern auch um einiges leiser. Bisher ist man halb zu Tode erschrocken, wenn sich auf der Autobahn ein Kiesel aus dem Reifenprofil gelöst hat und an den Unterboden geknallt ist. Jetzt kann man den Nachrichtensprecher im Radio noch zehn Stufen leiser verstehen. Und weil unser Landy der Schönste Landy der Welt werden soll, hat Knut gleich noch PVC-Laminat “Mooreiche” verklebt. :-)

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5 Kommentare

  1. Dirk Offel

    Hallo und guten Abend,
    sehr spannender und schöner Bericht!
    Ich bin auch gerade im Umbaufieber (110 TD4 SW)…. meine Frage:
    Mit was habt ihr die Isolation der Radkästen und des Bodens gemacht, es gibt soviel Tipps, ich weiß nicht was Kosten/Nutzen technisch am besten ist….

    Danke nochmal für den Bericht!

    Dirk

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